"Die Gärten des Barock - eine Gartenreise durch Niederösterreich"

„Unterwegs in Österreich" am Samstag, 3. September 2016 um 16.30 Uhr ORF 2

St. Pölten (OTS) - Prunk, Pracht und Sinnesfreude: Das Zeitalter des Barock (ca. 1575 bis 1770) war geprägt von imposanten und üppig ausgestatteten Schlössern, Klöstern, Palästen und Palais. Zu diesen Bauwerken gehörten meist auch ebenso großzügig wie opulent gestaltete Gartenanlagen – sie waren Orte der Repräsentation und des Vergnügens zugleich.

Ein „Unterwegs in Österreich“ aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Barbara Baldauf, Kamera: Ossi Denkmayr) zeigt bekannte wie in Vergessenheit geratene oder im Lauf der Zeit veränderte Gärten des Barock in Niederösterreich.

*Schloss Hof, nahe der Grenze zur Slowakei im Weinviertel gelegen, wurde im 18. Jahrhundert im Auftrag von Prinz Eugen geschaffen. Die Gartenanlage wird geprägt von steinernen Löwen, imposanten Götter-Skulpturen, großzügigen Brunnen und Wasserspielen, Freitreppen und nicht zuletzt zehn riesigen, symmetrisch strukturierten Beeten. Dazu kommen tausende Blumen und Sträucher, aber auch zwei große Glashäuser mit vorgelagerten Orangeriegärten. Heute gilt Schloss Hof europaweit als Musterbeispiel einer umfassenden Gartenrestaurierung.

*Schloss und Garten von Obersiebenbrunn liegen ebenfalls im Weinviertel und gehen in ihrer heutigen Gestaltung ebenfalls auf Prinz Eugen zurück: Die bedeutende barocke Jagd-Parkanlage ist von acht Alleen durchzogen, die sternförmig von einem Gartenpavillon ausgehen. In Form eines Türkenzeltes erbaut, bietet er Ausblicke in alle Alleen; in seinem Inneren beschreiben Fresken und Grotesken-Malereien verschiedene Szenen des Landlebens und der Jagd.

*Stift Melk an der Donau und Stift Seitenstetten im westlichen Mostviertel sind Beispiele dafür, dass auch Klöster dem damaligen Zeitgeist entsprechend Barockgärten anlegen ließen. Der TV-Film zeigt, wie sie sich über die Jahrhunderte entwickelt haben und heute bewirtschaftet werden. So gilt Stift Seitenstetten mit seinen „Gartentagen“ im Juni inzwischen als Pilgerstätte auch für Gartenfreunde und Pflanzenliebhaber aus ganz Österreich.

*Schloss Grafenegg östlich von Krems ist einer der wichtigsten Bauten des romantischen Historismus in Österreich. In der großzügigen, an englischen Gärten orientierten Parkanlage finden sich aber heute noch Hinweise auf frühere barocke Gestaltungsformen: Eine Lindenallee mit mehr als 300 Jahre alten Bäumen war Teil einer Sternenallee, die im Barock zum so genannten Sternengarten mit einem Jagdhaus führte.

*In Schloss Harmannsdorf, rund 25 km nördlich von Grafenegg gelegen, ist der Schlosspark zur Gänze von einer barocken Mauer umgeben. Gartentore, Rundtürmchen, Rondelle und eine Freitreppe prägen ebenso das Bild wie Figuren und Vasen, der frühbarocke Schüttkasten und die restaurierte Orangerie. Dort ist auch eine Ausstellung über Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner zu sehen – sie war die berühmteste Bewohnerin des Schlosses. Nicht zuletzt wird, wie im Barock vielerorts üblich, im Garten auch Theater gespielt.

*Einen Blick in die Gegenwart schließlich bietet „Unterwegs in Österreich“ in der Landesgartenschau Tulln. Mit dem durchgängigen Prinzip „Natur im Garten“ ist sie Europas größte ökologische derartige Einrichtung und dokumentiert in 80 Schaugärten die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten. Und selbst in dieser modernen Anlage sind barocke Ideen anzutreffen – Wasserspiele und lange Sichtachsen.

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