Report: CETA - Gefahr für Bauern in Europa und Kanada

Importe unter schlechten Tierschutzbedingungen aus Industrie-Landwirtschaft setzen heimische Bauern unter Druck

Wien/Ottawa (OTS) - Im gestern veröffentlichen Report „CETA: Eine Gefahr für die Nahrungsmittelsicherheit in Europa“ der kanadischen NGO „Council of Canadians“ und eines transatlantischen NGO-Netzwerks unter Teilnahme von GLOBAL 2000 und ÖBV Via Campesina Österreich belegen eindrucksvolle Zahlen die negativen Folgen von Freihandelsabkommen und Export-Orientierung für bäuerliche Landwirtschaft und hohe Lebensmittelstandards.

Die in Kanada geltenden Lebensmittelgesetze unterscheiden sich in vielen Punkten gravierend von denen in Europa – insbesondere in so sensiblen Bereichen wie Gentechnik, Lebensmittelkennzeichnung oder der in Kanada nur zwiespältigen Anwendung des Vorsorgeprinzips, insbesondere im Bereich der Pestizide. Auf bundesstaatlicher Ebene sieht die kanadische Regierung zudem keinerlei Strafen für die Nichteinhaltung der - ohnehin nur freiwilligen - Tierschutzcodices vor.

„Unter CETA werden die Scheunentore für hohe Rind- und Schweinefleischimporte aus Kanade in die EU geöffnet. Insbesondere unsere kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe werden das Nachsehen haben, wenn sie mit Billigimporten konkurrieren, die unter inhumanen und umweltschädigenden Bedingungen hergestellt wurden.“ so Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000. „Dass CETA auch ein kurzes, aber umso aussagekräftigeres Kapitel zu Gentechnik enthält, zeigt den Erfolg der Agroindustrielobby bei den Verhandlungen. Einfacher und mehr Gentechnik nach Europa exportieren zu können, ist das erklärte Ziel. Die österreichische Bundesregierung muss sich daher klar gegen die Unterzeichnung von CETA seitens Österreich aussprechen.“

Unter den Bedingungen einer stark zunehmenden Exportorientierung hat sich die kanadische Landwirtschaft auch strukturell komplett verändert: der am schnellsten wachsende Sektor der landwirtschaftlichen Betriebe sind Farmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Million kanadischer Dollar; diese verantworten mittlerweile die Hälfte der kanadischen Lebensmittelproduktion. Während sich in den letzten 25+ Jahren die kanadischen Lebensmittelexporte verdreifacht haben, sank im selben Zeitraum das Netto-Einkommen der Landwirte um die Hälfte, ihre Verschuldung nahm zu, und die Anzahl der Betriebe sank stark. Industrialisierte Landwirtschaft und Massentierhaltung mit schlechten Tierschutzstandards sind die Folge.

„Die Auswirkungen von CETA werden sich in Europa ebenso dramatisch zeigen wie in Kanada – der Strukturwandel in der Landwirtschaft wird weiter voranschreiten. Wachsen oder weichen kann nicht die Zukunft der Landwirtschaft sein. Dieses Modell wird aber mit CETA und TTIP gefördert, daher gilt es nicht nur TTIP zu stoppen, sondern auch CETA, als Blaupause für TTIP.“ so Irmi Salzer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der ÖBV Via Campesina, abschließend.

Die Studie finden Sie hier als Kurzfassung:
https://www.global2000.at/sites/global/files/CETA_Gefahr_fuer_die_Nah
rungsmittelsicherheit_in_Europa_%28Kurzfassung%29.pdf
Und hier in der Langfassung:
https://www.global2000.at/sites/global/files/CETA_Gefahr_fuer_die_Nah
rungsmittelsicherheit_in_Europa_%28Langfassung%29.pdf

Am 17.9.2016 veranstaltet das Bündnis TTIP Stoppen (GLOBAL 2000, Attac, ÖBV - Via Campesina Austria, Südwind nud PRO-GE) unterstützt vom ÖGB in Wien, Graz, Linz, und Salzburg großangelegte Demonstrationen gegen CETA und TTIP – alle Informationen finden Sie hier: https://www.global2000.at/events/ttip-ceta-demo-wien

Rückfragen & Kontakt:

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, michael.lachsteiner@global2000, 06991 4 2000 20

Irmi Salzer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit ÖBV-Via Campesina Austria, irmi.salzer@viacampesina.at, 0699 11827634

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