Verkehrspolitik auf der Intensivstation

FCG-Wien: Verkehrsverantwortliche der Stadt sollen endlich ihr Inseldenken aufgeben

Wien (OTS) - Die urlaubsbedingte Schonzeit für Politiker ist vorbei. Ab sofort darf wieder gearbeitet werden. Und zwar schnell und hart. Besonders gilt das für Wiener Politiker, die sich bei der Behandlung der akut erkrankten Verkehrspolitik lediglich mit Parkpickerl-Placebos und Antidepressiva wie Anrainerstellplätze, Radwege gegen die Einbahn und Tempo 30-Zonen wichtig gemacht haben und damit eine Art Darmverschluss für die Mobilität in Wien erreicht haben. Notwendige Begleitmaßnahmen, wie etwa die Verbesserung bei öffentlichen Verkehrsmitteln, hat man sträflich vernachlässigt. Den zahlreichen pendelnden Beschäftigten der Wiener Betriebe werden nämlich vielfach keine Alternativen zum Auto geboten, um in angemessener Zeit und zu vertretbaren Kosten zum Arbeitsplatz zu gelangen. So fehlt etwa immer noch eine gesamtheitliche Planung des öffentlichen Verkehrs in Wien und im Umland. Beim Verkehrsverbund Ostregion sind zwar die Tarife neu geregelt - zum Teil aber leider auch wieder teurer geworden - das Verbesserungspotential beim VOR ist freilich noch lange nicht ausgeschöpft. Die Fraktion ÖAAB/Christliche Gewerkschafter hat deshalb bereits seit Jahren in den Vollversammlungen der Wiener Kammer für Arbeiter und Angestellte Anträge gestellt, um den Bedürfnissen der Arbeitnehmer endlich gerecht zu werden. Ein Beispiel nur: Lohnabhängige Abgaben (z.B.:
U-Bahnsteuer) werden vom Bundesland des Arbeitsplatzes kassiert. Die Kosten für notwendige Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa Park&Ride-Anlagen an der Stadtgrenze von Wien müssen aber von den Wohnsitzgemeinden getragen werden. Und auf die Gestaltung der VOR-Fahrpläne haben die Betroffenen sowieso keinerlei Einfluss. Das Angebot entspricht daher nicht annähernd den durch Parkplatzverlusten im Stadtgebiet akut gestiegenen Kundenanforderungen.

„Die Stadtregierung von Wien soll endlich den öffentlichen Verkehr nicht aus einer Inselperspektive zu betrachten, sondern großflächig für das gesamte Einzugsgebiet von Wien Lösungen schaffen“, fordert FCG-Mandatar KR Leopold Wagner.

Die FCG-Fraktion fordert seit Jahren den U-Bahnausbau über die Stadtgrenzen hinaus. Etwa der U1 über die Leopoldau hinaus nach Gerasdorf, der U3 über Simmerig nach Schwechat und der U6 über Siebenhirten nach Mödling.

S45 bis Praterkai

Ganz besonders wichtig erscheint den FCG-Verkehrsexperten auch der Schaffung eines S-Bahn-Ringes um Wien über die Vorortelinie. Als rasche Erstmaßnahme wird die Verlängerung der S45 von der derzeitigen Endstelle „Handelskai“ bis zum Praterkai (Ostbahnbrücke/Verknüpfung mit der Schnellbahnlinie S80, bzw. Regionalbahnlinien). Dies wurde bereits im Masterplan Verkehr 2003 der Stadt Wien festgeschrieben und eine Realisierung bis 2011 ins Auge gefasst. „Bis zum heutigen Tage gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass es zu einer zeitnahen Realisierung kommen soll, obwohl eine Verlängerung der S45 für Wien und speziell für Pendlerinnen und Pendler aus dem Wiener Umland Vorteile bringen und somit einen weiteren Beitrag zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im hochrangigem Netz leisten würde“, unterstreicht FCG-Landesgeschäftsführer Friedrich Pöltl.

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Friedrich Pöltl, Landesgeschäftsführer FCG-Wien
E-Mail: friedrich.poeltl@vida.at

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