KAV: Prager, Steiner, Rand - viele ÄrztInnen befürworten das neue Dienstzeitmodell

Wien (OTS) - Die gestern von der Ärztekammer Wien beschlossenen Kampfmaßnahmen stoßen keineswegs bei allen ÄrztInnen des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) auf Verständnis. Und KAV-Generaldirektor Dr. Udo Janßen ruft die Ärztekammer zu Verantwortung auf: „Die Versorgung der PatientInnen darf nicht gefährdet werden. Die Aussagen des Ärztekammerpräsidenten, dass auch im Falle von Protesten die ‚Notfallversorgung‘ funktionieren würde und PatientInnen mit ‚absolut dringlichen‘ Anliegen betreut würden, legen nahe, dass die Ärztekammer Einschränkungen verursachen wird.“

„Neben den Vorteilen für die PatientInnen bringt das neue Dienstzeitmodell auch massive Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte“, sagt Univ. Doz. Dr. Manfred Prager, Primar der 2. Chirurgische Abteilung im Krankenhaus Hietzing: „Es ermöglicht flexible Dienstzeiten, und vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen begrüßen diese Dienste sehr. Für moderne Spitäler brauchen wir moderne Arbeitszeitformen. Kampfmaßnahmen durch die Standesvertretung anzuzetteln ist nicht im Interesse der PatientInnen.“

„Die Abteilungen, die bereits nach neuen Dienstzeiten arbeiten, funktionieren gut, beispielsweise die Zentrale Notaufnahme in Hietzing“, sagt Prof. Dr. Andreas Steiner, Primar der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing. Steiner verwehrt sich dagegen, dass die engagierte Arbeit aller Berufsgruppen schlecht geredet wird. „Die Pflege hat viele Tätigkeiten übernommen, um ÄrztInnen zu entlasten, und es gibt neue StationssekretärInnen für administrative Tätigkeiten. Für mich sind Kampfmaßnahmen daher überhaupt nicht sinnvoll.“

„Die neuen Dienstzeiten bringen unter anderem längere Anwesenheit der ÄrztInnen untertags“, sagt Dr. Thomas Rand, Primar am Institut für Radiologie Krankenhaus Hietzing. „12,5 Stunden-Dienste sind für manche Abteilungen die optimale Variante. Das neue Modell hat auch für die PatientInnen nur Vorteile, denn dann werden natürlich die Wartezeiten in den Ambulanzen kürzer. Das Wohl der Patientinnen und Patienten muss für alle im Vordergrund stehen, mit der neuen Regelung wird das erreicht. Kampfmaßnahmen halte ich für nicht konstruktiv und nicht gut.“

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