Erstmals Kriegsverbrecher-Prozess wegen der Zerstörung historischer Kulturschätze

ICOM Österreich-Präsidentin Dr. Danielle Spera sieht Signalwirkung: „Extremisten, die unser kulturelles Erbe zerstören werden nicht ungestraft davonkommen.“

Wien (OTS) - Es ist eine Premiere für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag: zum ersten Mal wird einem Islamisten wegen der Zerstörung historischer Kulturschätze als Kriegsverbrecher der Prozess gemacht. Der Angeklagte Ahmad Al Faqi al Mahdi, Mitglied einer der Al-Kaida im Maghreb nahestehenden Terrorgruppe, soll die Zerstörung von UNESCO-Weltkulturerbe in der Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali geplant und an der Verwüstung der Mausoleen beteiligt gewesen sein. Er hat sich bereits schuldig bekannt.

„Dieser Prozess hat eine außerordentlich wichtige Signalwirkung. Römische Tempel, christliche Kirchen, assyrische Paläste stehen unter dem Schutz der Weltgemeinschaft, denn sie sind Teil unseres kulturellen Gedächtnisses und zeigen, dass es immer einen Dialog der Kulturen gegeben hat. Extremisten, die unser gemeinsames kulturelles Erbe zerstören, müssen nun erkennen, dass sie nicht ungestraft davonkommen werden.“ betont Dr. Danielle Spera, Präsidentin von ICOM Österreich.

Doch kann und soll man ersetzen was bereits unwiederbringlich verloren ist? Die ICOM Palmyra-Gespräche unter dem Titel „Die Wiedergeburt Palmyras?“ beschäftigen sich am 15. September im Kunsthistorischen Museum Wien mit dieser Frage. Nachdem die syrische Armee die Oasenstadt Palmyra vom IS zurückerobert hat, beraten Experten/innen aus aller Welt über die nächsten Schritte zum Schutz des UNESCO Weltkulturerbes. Mit Hilfe von 3D-Rekonstruktionen könnten die antiken Bauten wieder aufgebaut werden. Dabei werden so hochkarätige Vortragende wie Prof. Dr. Markus Hilgert, der Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, Dr. Franziska Bloch vom Syrian Heritage Archive des Deutschen Archäologischen Instituts und Prof. Dr. Mamoun Fansa, Leiter der Workinggroup Rebuilding Aleppo zu hören sein.

„Für ICOM ist der Schutz unseres gemeinsamen kulturellen Erbes ist ein ganz zentrales Anliegen. Mit Unterstützung seines großen internationalen Netzwerkes setzt sich ICOM Österreich dafür ein, das Bewusstsein für den Schutz unseres Kulturerbes und für den Kampf gegen den illegalen Kulturgüterhandel auch in Österreich zu stärken.“ so Spera abschließend.

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