KAV: Kein Verständnis für Ärztekammer-Beschluss – Unterversorgung droht erst durch Proteste

Vereinbarung muss halten – Ärzte bekommen deutlich höhere Gehälter - Versorgung in der Nacht weiterhin gewährleistet

Wien (OTS) - Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat kein Verständnis für die heute beschlossenen Kampfmaßnahmen der Ärztekammer in der Diskussion über die Umsetzung der neuen Dienstzeiten. „Die Vereinbarung aus dem Juli 2015 trägt fünf Unterschriften, und es scheint, als wären die nur seitens der Stadt und der Gewerkschaft nicht aber für die Ärztekammer verbindlich gültig – das ist nicht akzeptabel“, sagt KAV-Generaldirektor Udo Janßen. „Es geht um die Versorgung der PatientInnen, um Kontinuität in ihrer Betreuung und um Solidarität mit ihren Anliegen. Mit den heute in der Kurie der angestellten ÄrztInnen der Ärztekammer beschlossenen Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik wird die kontinuierliche, gute Versorgung der PatientInnen aufs Spiel gesetzt.“

„Die Ärztekammer mahnt Solidarität, Kontinuität und Versorgungssicherheit ein – da ist sie ganz auf unserer Linie, wenn es um die PatientInnen geht“, so Janßen. „Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass auf dem Rücken der PatientInnen und des Personals, das hervorragende, oft schwierige Arbeit leistet, Standespolitik gemacht wird. Die medizinische Versorgung in Wiens Gemeindespitälern – jährlich werden 3,5 Millionen PatientInnen ambulant und 400.000 stationär versorgt – funktioniert gut – auch in der Nacht. Die eingeleiteten Veränderungen werden dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung für die Wienerinnen und Wiener weiter zu verbessern. „Die von der Ärztekammer beschrieben Zustände sind schlicht und einfach falsch“, kritisiert Janßen das ständige Schlechtreden. „Unterversorgung droht erst dann, wenn die Ärztekammer einen Streik anzettelt.“

„Es ist verantwortungslos, dass die Versorgung der PatientInnen eingeschränkt oder einzelne PatientInnen sogar gefährdet werden, nur weil die Ärztekammer Protestmaßnahmen durchführen will“, kritisiert Janßen. „Und zwar Proteste gegen eine Vereinbarung, die der Verbesserung der Versorgung der PatientInnen dient und die die Ärztekammer mit unterschrieben hat. Die Ärztekammer muss sich überlegen, was das jetzige Vorgehen für die künftige Beurteilung ihrer Pakttreue generell bedeutet. Für uns ist der Pakt nach wie vor aufrecht: Wir zahlen um 30 bis 50 Prozent höhere Gehälter, wir verkürzen die Arbeitszeiten, wir verlagern Dienste von der Nacht in den Tag.“

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