KAV-ÄrztInnen: Neue Dienstzeiten konsequent weiter umsetzen

Vorteile für PatientInnen und für ÄrztInnen offensichtlich

Wien (OTS) - Unmut wächst unter der KAV-Ärzteschaft zum Verhalten der Ärztekammer und deren Behauptungen über die Qualität der Wiener Gemeindespitaler: Gerade die neue Dienstzeitenmodelle für ÄrztInnen im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) verringern sowohl die Wartezeiten für PatientInnen als auch die Arbeitsbelastung für ÄrztInnen, so der Tenor von weiteren Ärztinnnen und Ärzten.

Die generelle Ablehnung der Ärztekammer von 12,5-Stunden-Diensten können ÄrztInnen nicht nachvollziehen: „Wir haben in der Chirurgie eine große Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,“ sagt Univ.Prof. Dr. Josef Karner, Leiter der Chirurgischen Abteilung am Sozialmedizinischen Zentrum Süd. „Daher haben wir in unserem ÄrztInnenteam auch 12,5-Stunden Dienste. Sowohl im Sinne der PatientInnen als auch der ÄrztInnen müssen gerade in so einem arbeitsintensiven Bereich ausgeruhte, konzentrierte ÄrztInnen vor Ort sein. Dafür sind 12,5-Stunden-Dienste äußerst sinnvoll.“ Einen möglichen Streik an seiner Abteilung hält Karner für undurchführbar:
„Ein Ärztestreik wäre unverantwortlich.“

Der Ärztekammer-Behauptung, dass die neuen Arbeitszeiten die Wartezeiten verlängern würden, können ÄrztInnen nichts abgewinnen:
„Im Gegenteil, die neuen Dienstzeiten und die unterschiedlichen Dienstzeitmodelle können dazu beitragen, Wartezeiten für die PatientInnen zu verkürzen“, sagt Univ.Prof. Dr. Peter Ritschl, Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Krankenhauses Gersthof. „Wenn Nachtdienste in den Tag, und zwar bis in die späten Nachmittagsstunden, verlagert werden, sind mehr ÄrztInnen tagsüber vor Ort. Damit können Wartezeiten verkürzt werden.“ Ein Streik hingegen würde selbstverständlich zu längeren Wartezeiten und Einschränkungen der Leistungen führen.

„Die zentrale Notaufnahme in Hietzing funktioniert sehr gut, es hat sich dort ein tolles Team etabliert. Die Notaufnahme unterstützt und entlastet alle anderen Abteilungen“, sagt Prim. Univ. Doz. Dr. Georg Delle-Karth, Vorstand der Kardiologischen Abteilung am Krankenhaus Hietzing. „Auch die Pflege hat früher von TurnusärztInnen durchgeführte Tätigkeiten rasch und professionell übernommen, um ÄrztInnen zu entlasten Im Zuge der neuen Arbeitszeitregelung werden wir den Weg der Veränderung und Flexibilisierung fortsetzen. Eine weitere Eskalation würde die Versorgung unserer PatientInnen nicht verbessern, sondern verschlechtern.“

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