Kohle wieder teurer als Gas: GLOBAL 2000 fordert jetzt raschen Kohleausstieg in Österreich

Verkaufsverhandlungen um Kohlekraftwerk Mellach ermöglichen früheren Ausstieg.

Wien (OTS) - Laut dem deutschen Nachrichtendienst energatemessanger+ ist die Erzeugung von Elektrizität aus Kohle wieder teurer als Energieerzeugung aus Gas. Diese Angaben stammen vom deutschen Energieerzeuger RWE, der erklärte, dass er mit Gaskraftwerken* Ende Juli einen Profit von fünf Euro/MWh erwirtschaften konnte, mit Kohlekraftwerken** hingegen nur drei Euro/MWh. Die Erzeugung von Strom aus Kohle ist in etwa doppelt so klimaschädlich wie die Energieerzeugung mit Gaskraftwerken.

Die veränderte Wirtschaftlichkeit erklärt sich mit Preisverschiebungen: Der Preis für Gas (EEX) sank laut dem Nachrichtendienst von über 20 Euro/MWh im vergangenen Jahr auf aktuell 14 Euro/MWh, der Preis für Kohle stieg hingegen von 40 US-Dollar/t am Beginn des Jahres auf aktuell 60 US-Dollar/t.

Für die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ist das ein Grund mehr, den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Österreich jetzt zu beschleunigen. Die EVN hat mit dem Jahr 2024 einen reichlich späten Ausstiegstermin in Aussicht gestellt, der Verbund hat einen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Mellach bis 2020 beschlossen. Derzeit laufen aber Verkaufsverhandlungen, die einen frühzeitigen Ausstieg ermöglichen. Die Umweltschutzorganisation sieht hier den Ball vor allem bei der Energie Steiermark und dem Verbund, die die Verträge für die Fernwärmeversorgung im Raum Graz mit den Interessenten verhandeln.

„Es gibt keine Ausreden mehr, den Kohleausstieg länger hinauszuzögern. Der Ausstieg aus dem Kohlekraftwerk in Mellach muss deutlich vor 2020 gelingen. Es ist völlig unverantwortlich, weiter Kohlekraftwerke zu betreiben, während wir auf eine Klimakrise zusteuern. Wir brauchen dazu ein Konzept, wie eine Vollversorgung auf Basis erneuerbarer Energie gelingen kann, denn auch fossiles Gas verursacht Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel anheizen“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000.

*Bei einem Wirkungsrad von 50 %
** Bei einem Wirkungsgrad von 37 %

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Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at
Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, presse@global2000.at

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