Die hellen Seiten des Ökostroms

Wien (OTS) - Etwas mehr als 1/3 der Stromrechnung der Haushalte machen die gesetzlichen Abgaben aus. Und da man sich dazu entschlossen hat, bei den Erneuerbaren Energien auf Transparenz zu setzen, ist unter den gesetzlichen Abgaben der Ökostrombeitrag angeführt. Und dieser Ökostrombeitrag wird immer mehr diskutiert, da er mit zunehmenden Ausbaugrad steigt. Was aber die wenigsten wissen: der steigende Ökostromanteil drückt die Börsenpreise. Rechnet man nicht nur den durchschnittlichen Ökostrombeitrag sondern inkludiert auch die Börsenpreise in die Überlegungen, dann haben sich die Kosten seit 2006 nicht verändert.


Der Ausbau der Ökostromkapazitäten ist die notwendige und logische Antwort auf das Klimaschutzabkommen. Ohne Erneuerbare lässt sich eine CO2-neutrale heimische Wirtschaft und Industrie nicht verwirklichen. Österreich ist durch die Ausbauinitiativen des Staates nach dem 2. Weltkrieg in der glücklichen Lage, 70% des derzeit benötigten Stromes mit erneuerbaren Energien decken zu können. Allerdings sprach man vor 60 Jahren von Investitionen für die Stromkunden, heute sind es auf einmal Kosten. Der einzige Unterschied: vor 60 Jahren hat der Staat investiert. Da die etablierten Energieunternehmen ihre erwirtschafteten Gewinne für Beteiligungen im Ausland nutzen, übernehmen heute zunehmend private Unternehmen den Ausbau der dringend notwendigen Stromerzeugungskapazitäten. „Umso unvorstellbarer ist es, dass der Staat nun die Pioniere, welche den ersten Schritt vor 13 Jahren gewagt haben, nun hängen lässt“ zeigt sich Norbert Hummel von der ARGE Kompost und Biogas Österreich mit Hinblick auf die dringend notwendigen Nachfolgeregelungen für Ökostromanlagen von der österreichischen Regierung enttäuscht.


Hummel weiter: „Gerade Biogas ist ein edler und wertvoller Energieträger. Im Zusammenspiel mit Photovoltaik und Windkraft unterstützt Biogas durch seine sichere Verfügbarkeit und Flexibilität die Strominfrastruktur“. Ein weiterer Pluspunkt des regel- und speicherbaren Energieträgers ist die regionale Flexibilität. Lange Transportwege für Strom aus den Alpen sind teuer, eine regionale Ausgleichsmöglichkeit durch Biogas und Biomethan kann die Versorgungssicherheit deutlich verbessern. Biomethan ist aufbereitetes Biogas, welches nach Durchleitung durch das Gasnetz direkt in den Städten genutzt werden kann und dadurch das Stromnetz wesentlich entlastet.


Trotzdem ist auch der Ausbau der Netzinfrastruktur wichtig. Aber nicht wegen der Zunahme der erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten. Unser steigender Stromverbrauch für z.B. Elektromobilität oder Stromheizungen stellt die Netzinfrastruktur vor zunehmenden Herausforderungen. Ein verstärkter regionaler Bezug mit den vorhandenen Technologien ist das Um und Auf unserer zukünftigen Stromversorgung.


Aufgrund der extrem niedrigen Marktpreise importiert Österreich große Strommengen aus Tschechien und Deutschland. Und diese beiden Länder sind bekannt für ihren hohen Atom- und Kohlestromanteil. Nicht die erneuerbaren Energien, sondern der fehlende Rückbau von aus Kohle und Atomkraftwerken stellen das wahre Problem dar. Je schneller der Atom- und Kohleausstieg kommt, desto früher kehrt wieder Normalität in die Stromversorgung ein. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Länder Milliarden an Subventionen für Kohle- und Atomkraftwerke einsparen.

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