Neues Volksblatt: "Ausspielen" von Markus EBERT

Ausgabe vom 23. August 2016

Linz (OTS) - Auf eines kann man sich in Österreichs Polit-Geschehen verlassen: Kommen ungewöhnliche Vorschläge auf den Tisch, lassen gleichzeitig auch die Bedenkenträger wissen, warum dieses und jenes nicht möglich ist. Das gilt für das angedachte Burka-Verbot ebenso wie die ebenfalls nun diskutierten sogenannten Ein-Euro-Jobs.
Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich bedarf das alles einer eingehenden politischen Debatte und auch einer Prüfung, ob allfällige Maßnahmen auch rechtlich stand halten. Aber die heimische Bedenkenträger-Kultur ist so ausgeprägt, dass manches dann — nur weil Experten ihre warnende Stimme erheben — auf der langen Bank verkommt. Und apropos Experten: Im Wesentlichen sind es immer die selben, die schnell mit einem Vor-Urteil zur Hand sind.
Wer über Stillstand in diesem Land klagt, sollte seine Klage nicht zuletzt an die Adresse der Bedenkenträger richten. Gewiss, es lässt sich bequem damit leben, Hindernissen dadurch aus dem Weg zu gehen, indem man etwas gleich gar nicht angeht. Aber, und auch das ist verbrieft: Stillstand ist Rückschritt. Es reicht schlicht und einfach nicht, ein Problem zwar zu erkennen, aber dann aus Angst vor Widerständen bei dessen Lösung keinen Zug zum Tor zu haben. Um im Fußball zu bleiben: Bedenkenträger sind die Verteidiger, die man ausspielen muss, um am Ende als Sieger vom Feld zu gehen.

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