21. August Tax Freedom Day – Kein Feiertag, sondern ein Gedenktag!

Wien (OTS) - Während die Bürger so mancher früheren Sowietrepublik bereits im ersten Drittel des Jahres oder zu Beginn des zweiten Drittels ihre Pflichten gegenüber dem Staat erfüllt haben, arbeiten österreichische Steuerzahler bis zum 21. August ausschließlich für die Erfüllung ihrer Abgabenpflichten.

Der Tax Freedom Day (TFD) markiert den Zeitpunkt eines Jahres, an dem rechnerisch das Einkommen des durchschnittlichen Steuerzahlers nicht mehr zur Deckung von Steuern und Abgaben weitergegeben wird, sondern zur alleinigen Verfügung demjenigen bleibt, der es erwirtschaftet hat. Seit 1976 ist das Datum des TFD vom 1.Juli stetig weiter nach hinten im Kalender gerutscht. Der Höchststand 21. August wurde bereits 2001 nach der „Internet Blase“ erreicht, in den Jahren bis 2006 gab es Entspannung, aber seither ist der Trend wieder eindeutig:
Österreichische Steuerzahler haben im internationalen Vergleich eine deutlich höhere Last zu tragen und arbeiten deutlich länger für das Gemeinwesen.

Barbara Kolm, Direktorin des Austrian Economics Center, sagt: „ Man kann zwar verschiedener Ansicht darüber sein, welche Aufgaben vom Staat erfüllt und damit vom Steuerzahler finanziert werden müssen. Aber klar ist, dass die Entwicklung der Steuerbelastung den Standort Österreich nicht attraktiver macht.“

Wirtschaftskrisen (wie Immobilienblase, Internetblase, Finanzmarktkrise) schlagen sich natürlich auch im Tax Freedom Day nieder. Die Gründe liegen im der Rückgang des Volkseinkommens während die Fiskalpolitik nicht rasch genug oder zu unflexibel reagiert. Gleichzeitig wachst in Krisenzeiten der Bedarf an Arbeitslosen- und Sozialunterstützung.

Die lang ersehnte Steuerreform, die 2016 die Abgaben auf Arbeit entlastet hat, griff deutlich zu kurz. Diese führt nur in diesem Jahr zu einem geringfügigen Rückgang der Einkommensbelastungsquote um weniger als einem Viertel Prozentpunkt. Es ist aufgrund der kalten Progression davon auszugehen, dass der Tax Freedom Day in den nächsten Jahren neue Höchststande markieren wird. Das Austrian Economics Center betreibt in Kooperation mit dem Friedrich A.v. Hayek Institut die homepage www.staatskosten.at, wo anschaulich über die Entwicklung der Steuerlast, der Staatsausgaben und über die Staatsverschuldung informiert wird. Der dramatische Anstieg des Schuldenstandes „ist für kommende Generationen existenzbedrohend!“, warnt Kolm und erklärt, dass „der Reformunwille im Allgemeinen und beim Pensionssystem im Speziellen ein enormes Problem darstellt, denn nach bisheriger Strategie würde zur Schuldentilgung die Abgabenquote weiter erhöht werden. Ein heutiges Budgetdefizit, welches durch Neuverschuldung beglichen wird, lässt somit uns und unsere Nachkommen in Zukunft noch länger für den Staat arbeiten.“

Das Austrian Economics Center berechnet den Tax Freedom Day nach dem Volkseinkommen [VE], nach dem Nettonationaleinkommen zu Marktpreisen (NNE) und nach dem BIP. Je nach Methode liegt der TFD in der Jahresmitte (BIP) bis Ende August (VE), jedenfalls ist der Zeitpunkt aber deutlich später als in vergleichbaren Volkswirtschaften. Seit 1976 stieg das Volkseinkommen jährlich im Durchschnitt um 4,55%, während die Steuern und Sozialabgaben jährlich um durchschnittlich 5,2% anstiegen. Die volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote, also das Verhältnis von Steuern und Sozialabgaben zum Volkseinkommen, ist im gleichen Zeitraum von knapp unter 50% auf knapp 64% im Jahr gewachsen.

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