Neues Volksblatt: "Klimawandel" (von Harald Gruber)

Ausgabe vom 22. August 2016

Linz (OTS) - In ihrem politischen Versagen ist die Europäische Union dabei, ihr humanitäres Fundament zu zertrümmern. Gerade angesichts der bevorstehenden Jahrestage in der internationalen Flüchtlingskrise wird dieses Dilemma wieder augenscheinlich. Insbesondere im Kleinen und im Vergleich zwischen damals (Herbst 2015) und heute (Herbst 2016).
Wie schwierig es durch das Scheitern der EU-Mechanismen geworden ist, Humanität zu leben und politisch zu vertreten, zeigen auch Stimm(ung)en in der Mühlviertler Grenzgemeinde Kollerschlag (siehe S. 9) — am Höhepunkt des Flüchtlingschaos im Herbst 2015 noch ein pochendes Helfer-Herz.
Dass jetzt in Österreich vorrangig über Grenzbefestigungen, Asyl-Obergrenzen, erleichterte Abschiebungen und Rechtspopulismus zu diskutieren ist, ist nicht plötzlichen Eintrübungen in der österreichischen Seele geschuldet, sondern schlicht und einfach der Überforderung infolge einer europäischen Entsolidarisierung.
So wird nun in Österreich salonfähig und zum politischen Mainstream, was in den Tagen der Flüchtlings-Nothilfe im Herbst 2015 noch als verstörend bis undenkbar empfunden wurde. Das Faktische tritt nach vorne, das Emotionale muss weichen.
Für diese Entwicklung hat die Europäische Union die Verantwortung zu übernehmen — speziell dann, wenn wieder Menschen vor den Toren stehen und rot-weiß-rotes (ehrenamtliches) Engagement gefragt wäre ...

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