KAV: Empörung innerhalb der Ärzteschaft über Ärztekammer wächst

Blockade von sinnvollen Veränderungen unverständlich

Wien (OTS) - Der Unmut im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) über das Agieren der Wiener Ärztekammer hinsichtlich der neuen Dienstzeiten für ÄrztInnen wächst. ÄrztInnen, AbteilungsleiterInnen und Ärztliche DirektorInnen quer durch die Wiener Gemeindespitäler sehen die Arbeit der ÄrztInnen und aller anderen Berufsgruppen systematisch schlecht geredet.

"Was die Ärztekammer hier macht, grenzt schon an Rufschädigung eines ganzen Berufsstandes", sagt Prof.inDr.in Sylvia Schwarz, Abteilungsvorständin Anästhesie in Hietzing und Ärztliche Direktorin des Krankenhauses Nord. Es besteht vielfach die Meinung, dass die Ärztekammer mit ihrer Blockadehaltung sinnvolle Veränderungen, die zum Vorteil der PatientInnen sind, verhindern will. Prof. Dr. Christian Sebesta, Leiter der 2. Medizinischen Abteilung im Donauspital, betont: „Die geschlossenen Vereinbarungen sind einzuhalten und umzusetzen- von beiden Seiten. Die Patientenversorgung funktioniert problemlos, für Kampfmaßnahmen sehe ich keinen Grund. Unter Einbindung der Personalvertretung werden intensive Gespräche mit den MitarbeiterInnen geführt, um die neuen Dienstzeitmodelle optimal einzusetzen - angepasst an den Patientenbetrieb und gut lebbar für unsere Kolleginnen und Kollegen. So, wie das in unseren Häusern immer üblich war, suchen wir auch in der aktuellen Diskussion den Konsens.

"Im Mittelpunkt des Tuns aller ÄrztInnen stehen immer die PatientInnen. Bei den FunktionärInnen der Ärztekammer - die ja auch ÄrztInnen sind - ist das derzeit nicht so klar zu erkennen", sagt auch Prof. Dr. Andreas Steiner, Primar der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel.
"Ich kenne mein Donauspital genau, ich weiß, was an den Abteilungen bereits geschafft wurde und noch zu schaffen ist. Ich weiß auch, dass das, was wir jetzt gemeinsam vereinbart haben, funktionieren wird", sagt Dr. Lothar Mayerhofer, Ärztlicher Direktor des Donauspitals.

"Die Umsetzung der neuen Dienstzeiten ist im Sinne unserer Patientinnen und Patienten, das sollten wir nicht vergessen", sagt Mayerhofer. "Wir wollen unter anderem Wartezeiten verkürzen, dafür brauchen wir mehr ÄrztInnen untertags, dann wenn Wartezeiten auftreten, und genau das erreichen wir mit den neuen Dienstzeitmodellen. Dass der Ärztekammerpräsident aber behauptet, dass sich die Wartezeiten mit den neuen Dienstzeiten verlängern werden, ist absurd. Offenbar hat er wenig Ahnung von unserem Spitalsbetrieb." Szekeres unterstelle wohl, die Nachtdienste würden ersatzlos gestrichen - das sei falsch. "Wahr ist: Wir verlagern die Anwesenheit von der Nacht in den Tag. Dass sich dann Wartezeiten verkürzen, ergibt sich dadurch doch wohl von selbst."

Kein Verständnis für permanente Kritik und Proteste

Die Ankündigung von Protesten stößt ebenfalls auf kein Verständnis. Sylvia Schwarz: "Ich sehe überhaupt keinen Grund für Proteste oder Streiks, was wir derzeit tun haben wir gemeinsam mit der Gewerkschaft und der Ärztekammer vor einem Jahr ausgemacht. Die Ärztinnen und Ärzte machen hervorragende Arbeit, jeden Tag und jede Nacht. Wir verwahren uns ausdrücklich gegen das ständige Schlechtreden der Versorgung der Patientinnen und Patienten in den Wiener Gemeindespitälern." Mayerhofer ergänzt: "Die Ärztekammer soll mir bitte zeigen, gegen welche Dienstpläne an welchen Abteilungen sie denn jetzt konkret protestieren oder streiken will." Konstruktive Vorschläge der Ärztekammer zur Unterstützung der ÄrztInnen im Veränderungsprozess seien bisher ausgeblieben.

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