Spitäler: KAV ist seit Monaten vertragsbrüchig

Weder Zentrale Notaufnahmen noch laut Vereinbarung zwingend vorgesehene Monitoring-Gruppen wurden umgesetzt – Szekeres: „Nachtdienstreduktionen werden durchgepeitscht“

Wien (OTS) - „Äußerst besorgt“ zeigt sich Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres über den Umstand, dass der Generalsdirektor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) offensichtlich Schwierigkeiten hat, die im Vorjahr mit der Ärztekammer getroffene Vereinbarung zum Paket „Dienstzeitmodell und Besoldung der ÄrztInnen im KAV“ zu verstehen und auch richtig zu interpretieren. Es sei dort nämlich explizit angeführt, dass sich eine mögliche „konsekutive Reduktion von Nachtdiensten“ nur infolge der Einführung von Zentralen Notaufnahmen ergeben könne. ****

„Genau das habe ich auch unterschrieben“ betont Szekeres. Statt aber flächendeckend in den KAV-Häusern solche Zentralen Notaufnahmen zu etablieren und auch deren Funktionieren zu evaluieren, habe der KAV nun einseitig und ohne Absprache mit der Ärzteschaft die Reduktion von Nachtdiensten durchgepeitscht. „Wir hätten einer solchen Vorwegnahme von Nachtdienstreduktionen, ohne dass die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie eben die Einführung von Zentralen Notaufnahmen, existieren, niemals zugestimmt“, betont Szekeres.

Auch sei in dieser Vereinbarung unmissverständlich die Schaffung von Monitoring-Gruppen festgehalten, die sich vor allem mit den Umsetzungsmaßnahmen in den Abteilungen „und der Einbindung der betroffenen ÄrztInnen durch anonyme Befragungen auf den Abteilungen zu Arbeitszeitmodellen“ befassen sollten. Szekeres kritisiert, dass auch dieser Punkt vom KAV nicht einmal in Ansätzen erfüllt worden sei.

Er, Szekeres, stehe „zu 100 Prozent“ zu seiner Unterschrift in der getroffenen Vereinbarung - sofern der KAV den darin enthaltenen Aufgabenstellungen auch nachkommt. Dies sei aber nicht geschehen.

Offensichtlich wolle nun der KAV, und insbesondere Generaldirektor Udo Janßen, von seiner eigenen Untätigkeit und dem Missmanagement ablenken, indem getroffene Vereinbarungen – „ob mit Absicht oder aufgrund fehlenden Verständnisses wage ich hier nicht zu beurteilen“ – einseitig gebrochen werden. Szekeres: „Dieses Vorgehen, gepaart mit dem ebenfalls schriftlich vereinbarten und nie erfolgten Ausbau des niedergelassenen Bereichs, bedroht die Patientenversorgung akut. Die Spitäler werden weiter kaputt gespart, die Personaldecke wird weiter ausgedünnt, die Wartezeiten in den Ambulanzen und auf Operationstermine werden weiter steigen.“

Die abstrusen Schuldzuweisungen und Falschmeldungen würden Janßen von dieser Schuld jedenfalls nicht befreien. Möglicherweise bereits am Montag werde Janßen dafür die Rechnung präsentiert bekommen. (hpp)

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