Neues Volksblatt: "Nerven bewahren!" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 11. August 2016

Linz (OTS) - Im Tauziehen um einen Ausweg aus der Linzer Swap-Misere heißt es für die Stadtpolitiker: Nerven bewahren! Die gestrige brüske Zurückweisung einer Vergleichszahlung von 100 Millionen Euro durch Bawag-Chef Byron Haynes darf nicht als Absage von Verhandlungen missverstanden werden, sondern ist ein taktisches Manöver im Sinne der Einnahmen-Maximierung. Genauso wie Haynes klar sein muss, dass die Bank nicht alle angemeldeten Ansprüche wird abgegolten bekommen, muss auch den Stadtpolitikern klar sein, dass die Bank nicht auf den angebotenen Minimal-Kompromiss einsteigt.
Dass sich beide Seiten im Vorfeld von Verhandlungen an den äußeren Kanten der von den Gutachtern vorgerechneten Schadens-Szenarien anhalten werden, war absehbar — die Bank an der oberen Kante von 600 Millionen Euro, die Stadt an der unteren Kante von 200 Millionen Euro.
Was auch immer am Ende von Vergleichsverhandlungen als Kompromiss stehen wird, der größte Schaden für die Linzer Bevölkerung wäre, würden jetzt Auswege durch Emotionen, politische Eitelkeit oder durch parteipolitischen Scharmützel leichtfertig zugeschüttet. Wie bereits erwähnt, bewegt sich der Skandal zweifellos in absurden Sphären. Noch absurder wäre aber, würden Bawag und Stadt Linz an einer Fortsetzung dieses Horrorfilms zu drehen beginnen. Daher lautet das Gebot der Stunde: Nerven und ein Mindestmaß an Anstand bewahren!

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