Ferienhalbzeit: Langsam wieder an die Schule denken, aber bitte ohne Stress.

Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und Bundesverband Österreichische PsychologInnen (BÖP) empfehlen spielerische Integration der Lerninhalte in den Ferienalltag.

Wien (OTS) - Die Halbzeit der Sommerferien ist um. Für viele Familien Anlass, wieder an die Schule zu denken und ihre Kinder auf den Einstieg im Herbst vorzubereiten. Das macht durchaus Sinn, wie Prof. (FH) PD Mag. Dr.in Petra Wagner, Psychologin und Professorin an der Fakultät Gesundheit und Soziales an der FH Linz, weiß. „Je länger sich die Kinder mit Lerninhalten nicht befassen, desto mehr werden die bereits erworbenen Inhalte wieder vergessen und müssen zu Beginn des Schuljahres wieder neu erlernt werden – ich denke hier insbesondere an den Volksschulbereich, wo es um den Erwerb der Kulturtechniken, d.h. Lesen, Schreiben und Rechnen geht“ so Wagner.

Die Psychologin Dr.in Luise Holler vom Kompetenzzentrum Übergang Kindergarten-Schule an der KPH Graz ergänzt:„Der Erwerb der Kulturtechniken erfordert Wiederholung. Die Lernpsychologie gibt Hinweis, dass sich das erworbene Wissen innerhalb von einem Monat auf ein Viertel reduziert!“ Dieses Problem verstärkt sich natürlich bei lernschwachen Kindern. Für die ist regelmäßiges Wiederholen ganz besonders wichtig.

Laut ExpertInnen gilt es zwischen dem Lernen der SchulanfängerInnen und dem Lernen auf Sekundarniveau zu unterscheiden: Je jünger Schulkinder sind, umso wesentlicher ist es, die Kulturtechniken, die in der Grundschule erworben werden, zu nutzen, um sie aufrecht zu erhalten. „Das Wiederholen der Lerninhalte gelingt am besten ohne Druck, wenn das Kind die erlernten Techniken spielerisch im Alltag anwendet“, schließt sich Prim. Dr. Klaus Vavrik, Kinderarzt und Kinderpsychiater und Präsident der Österreichischen Kinderliga, den Empfehlungen des BÖP an. Die Tipps der ExpertInnen lauten: z.B. Einkaufslisten lesen, Urlaubslisten schreiben, Umgang mit Zahlen im Alltag nützen wie zB. das 1x1 beim Autofahren wiederholen, ausrechnen, was der Einkauf kosten wird; schätzen, wie viele Meter man schwimmen kann; wie viel Zeit es braucht, bis man auf der Alm angekommen ist.

Der Alltag und vor allem die gemeinsame Urlaubszeit bieten viele Chancen, spielerisch und freudvoll mit den Kindern zu üben und die Lerninhalte aufzufrischen. „Neben dem spielerischen Vorbereiten auf den Wiedereinstieg ins neue Schuljahr, sollte den Kindern jedoch auch genügend Zeit bleiben, die Natur zu erkunden, mit Familie und Freunden Zeit zu verbringen oder einfach nur Langeweile zu haben. Gerade aus unorganisierter Freizeit, die nicht komplett durchgeplant ist, und der eigenen Fantasie entstehen die kreativsten Ideen“, empfiehlt Vavrik. Bei älteren Schülerinnen und Schülern bietet der Urlaub Möglichkeit, an deren Interessen anzuschließen – sei es im Familienurlaub, beim Austausch mit Freundinnen und Freunden oder in Kursen.

Ganz generell empfehlen die Österreichische Kinderliga und der Bundesverband Österreichische PsychologInnen aus pädagogisch-psychologischer Sicht: Optimal ist eine Lernsituation, in denen die Kinder und Jugendlichen über das gesamte Schuljahr hinweg in einer stressfreien Atmosphäre sich mit ihren Lerninhalten befassen können und dies in einem Rhythmus von gezielten Lern- und Erholungsphasen, die bereits stärker auch innerhalb des Schuljahres gewährleistet sind.

„Schule sollte nicht nur als reiner Ort der Wissensvermittlung, sondern auch als Ort der sozialen Begegnung gesehen werden“, sind sich die ExpertInnen einig.

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