- 08.08.2016, 12:11:42
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„kreuz und quer“: „Du sollst Vater und Mutter pflegen!“ und Diskussion zum Thema „Das Alter als letzte Gelegenheit“
Am 9. August ab 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 9. August ab 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Einen an Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung
leidenden Menschen rund um die Uhr zu pflegen – und das oft jahrelang
– stellt Betreuende vor enorme Herausforderungen und vor Probleme,
die nicht selten unlösbar scheinen. „kreuz und quer“ – präsentiert
von Doris Appel – zeigt am Dienstag, dem 9. August 2016, um 22.35 Uhr
in ORF 2 Ruth Deutschmanns Dokumentation „Du sollst Vater und Mutter
pflegen!“, die pflegende Angehörige in den Blick nimmt, deren
Schwierigkeiten und Probleme thematisiert, aber auch Möglichkeiten
vorstellt, mit der belastenden Situation besser zurechtzukommen.
In der anschließenden „kreuz und quer“-Diskussion zum Thema „Das
Alter als letzte Gelegenheit“ diskutieren um 23.10 Uhr Schauspielerin
Lotte Tobisch, Erziehungswissenschafterin Marianne Gronemeyer,
Philosoph Franz Josef Wetz und Gesundheits- und
Pflegewissenschafterin Sabine Pleschberger. Die Diskussion leitet
Günter Kaindlstorfer.
„Du sollst Vater und Mutter pflegen!“ – Ein Film von Ruth Deutschmann
In Österreich leiden derzeit etwa 130.000 Menschen an einer Form von
Demenz – Tendenz steigend. Fachleute rechnen bis 2050 sogar mit einer
Verdoppelung der Zahl: Vermutlich werden dann mehr als eine
Viertelmillion Menschen an einer demenziellen Erkrankung leiden – mit
allen komplexen Auswirkungen, die diese für die Betroffenen und ihre
Umwelt hat.
Die Filmemacherin Ruth Deutschmann stellt Betroffene aus der
Steiermark und Kärnten vor, die rund um die Uhr betreut werden
müssen. Die meisten von ihnen wollen daheim, in ihren eigenen vier
Wänden, leben. Somit ruht die Last der Betreuung auf den Schultern
von Angehörigen, in der Regel auf denen von Frauen. Mit wenigen
Ausnahmen sind es die Ehefrauen oder Töchter, die als pflegende
Angehörige – neben ihrem Beruf, der Kindererziehung, dem Haushalt –
die häusliche Betreuung von Menschen mit Desorientierung übernehmen –
und dabei oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen.
Nicht selten haben sie über kurz oder lang mit schweren
Erschöpfungszuständen zu kämpfen und fühlen sich im Alltag
aufgerieben zwischen der Verpflichtung, die sie übernommen haben, und
den eigenen Bedürfnissen. Es bleiben oft nicht nur die eigenen
Wünsche und Sehnsüchte auf der Strecke, in vielen Fällen brechen
Partnerschaften und Familien deswegen auseinander. Dazu kommt, dass
Demenz und Verwirrtheit in unserer Gesellschaft heute noch ein
Tabuthema sind und sich nicht nur Betroffene stigmatisiert fühlen,
sondern auch deren Angehörige.
Zu den Möglichkeiten, die schwierige Situation als pflegender
Angehöriger besser in den Griff zu bekommen, gehört die sogenannte
Validation, die von der US-Psychologin und Gerontologin Naomi Feil
entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um die Theorie und Praxis
einer Kommunikationsform, die auch dazu beitragen kann, dass der
Alltag von desorientierten, dementen Menschen und Angehörigen – oder
dem Pflegepersonal – möglichst konfliktfrei gestaltet werden kann.
Zu Wort kommen neben der Begründerin der sogenannten
Validations-Methode, Naomi Feil, u. a. die Krankenhausseelsorgerin,
Altenbetreuerin und Validationslehrerin Sr. Anaclet vom Kloster
Wernberg in Kärnten, der Grazer Neurologe und Alzheimerexperte
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt sowie Lotte Lettner, Leiterin der
Seniorenheimstätte Sekirn am Wörthersee, und die Vizepräsidentin der
Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria, Monika Natlacen.
„kreuz und quer“-Diskussion zum Thema „Das Alter als letzte
Gelegenheit“
Als eigene Lebensphase wurde das Alter – kulturgeschichtlich
betrachtet – erst vor Kurzem „entdeckt“: Die Lebenserwartung ist
gestiegen, die Gesundheitsversorgung hat hohes Niveau. Dadurch sind
agile Senioren auch zum Wirtschaftsfaktor geworden. Ist das Alter die
„letzte Gelegenheit“, möglichst viel Aktivität in diese verbleibende
Zeitspanne zu packen? Ist eine Antriebsfeder der umsatzfördernden
Hektik auch der Transzendenzverlust in der westlichen Welt, weil die
Hoffnung über den Tod hinaus schwindet? Wie kann das drängendere
Bewusstwerden von Grenzen, Krankheit und Vergänglichkeit zu
Lebensweisheit reifen? Und welche Bedeutung hat dabei das Einüben
einer recht verstandenen „Kunst des Sterbens“?
Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek
(http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener
Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung
sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.
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