„Österreich – Land der grünen Grenzen“: Beeindruckendes „Universum“-Porträt der Grenzregionen unseres Landes

Am 9. August um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Weite Ebenen und enge Gebirgsschluchten, raue Felsgrate und sanfte Hügel, tosende Flüsse und stille Seen. Viel unterschiedlicher können Naturräume nicht sein, trotzdem fügen sich diese Landschaften manchmal zu einem zusammengehörigen Ganzen – zum Beispiel zu jener Linie, die Österreich umgibt und als eigenständigen Staat definiert: zu Österreichs Grenze. Die 90-minütige „Universum“-Dokumentation „Österreich – Land der grünen Grenzen“ von Gernot Lercher führt am Dienstag, dem 9. August 2016, um 20.15 Uhr in ORF 2 in die eindrucksvollsten und gegensätzlichsten Grenzregionen unseres Landes. Manche davon sind laut und stark frequentiert, andere ruhig und vergessen – und diese zählen mitunter zu den spektakulärsten Naturlandschaften in ganz Mitteleuropa: wie der Neusiedler See, die March-Thaya-Auen, die Karnischen Alpen, die hochalpine Region rund um den Piz Buin, der Bodensee oder die Almen im salzburgisch-bayrischen Grenzgebiet. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, Interspot Film und BMBF, gefördert von Fernsehfonds Austria, Cinestyria, Land Niederösterreich, Land Vorarlberg, Land Oberösterreich, Burgenland Tourismus, Land Salzburg, Land Kärnten und Cine Tirol.

In opulenten Bildern stellt die „Universum“-Dokumentation österreichische Grenzlandschaften unterschiedlichsten Charakters einander gegenüber und macht sich auf die Suche nach Tieren, die im Lauf der Jahrhunderte oder auch in den wenigen Jahren seit dem Fall des Eisernen Vorhangs über die nun grüne Grenze in unser Land gekommen sind. Im Rahmen dieser Entdeckungsreise trifft das „Universum“-Team aber auch auf besondere Menschen, die in diesen Grenzgebieten leben – manche von ihnen immer schon Grenzgänger.

Regisseur Gernot Lercher: „Mein Ziel war es, Österreichs Grenzraum als verbindenden Lebensraum darzustellen, für Mensch und Tier. Als Ort der beeindruckenden und berührenden Geschichten. Schaut man auf die Weltkarte, ist Österreich ja vergleichsweise klein. Nicht so aber bei ‚näherer Betrachtung‘. Um zumindest zwei spektakuläre Grenzabschnitte in jedem Bundesland vorzustellen zu können, waren wir wohl mehr als 60.000 Kilometer landauf, landab unterwegs – in insgesamt über 80 Drehtagen.“

Besonders in Erinnerung blieb Gernot Lercher die Grenzüberschreitung am Similaunpass in den Ötztaler Alpen: „Eine Nacht und einen Tag haben wir dabei Südtiroler Schafherden auf ihrem steilen und gefährlichen Weg durch Eis und Schnee auf die Sommerweiden in Nordtirol begleitet. Oder die Aufnahmen in den verfallenen ungarischen Grenzkasernen am ehemals Eisernen Vorhang knapp hinter der österreichischen Grenze. Dort hat mittlerweile die Natur die Macht übernommen. Denn so abwechslungsreich und eindrucksvoll die Grenzlandschaften rund um Österreich sind – so sind es auch ihre Natur und Tierwelt.“ Und die hat vieles zu bieten, womit man hierzulande gar nicht rechnet. Seit Kurzem streifen wieder Elche durch die Wälder am Dreiländereck zwischen Oberösterreich, Bayern und Tschechien. An der Grenze zwischen Kärnten und Slowenien war „Universum“ auf der Suche nach den Karawanken-Bären – und unweit des meistbefahrenen Grenzübergangs Österreichs, in Kufstein, wo an Spitzentagen 50.000 Autos zwischen Deutschland und Österreich über den Asphalt rollen, hat sich in einem Nebenarm des Inn ein Biber häuslich eingerichtet. Der Trubel auf der Autobahn lässt den Biber unberührt: Grenzwelten als Tierparadiese. Auch der Neusiedler See mit seiner bunten und vielfältigen Vogelwelt darf da nicht fehlen.

Kriege und Friedensverträge haben bestimmt, wie Österreichs Grenzen zu verlaufen haben. Und erst als der Eiserne Vorhang fiel, konnten jene Grenzen, die einst Todesstreifen waren, zu geschützten Lebensräumen werden: als wichtiger Teil des sogenannten „Grünen Bandes“, das Nordeuropa mit dem Mittelmeerraum verbindet, den Osten Europas mit dem Westen – und damit Wildtieren diese wichtigen Korridore durch den Kontinent freihält. In exakt 2.709 Kilometern läuft das Grenzband rund um Österreich, hält das Land zusammen, verbindet es mit den Nachbarländern und mit ganz Europa. Wobei nicht immer sofort klar ersichtlich ist, wo Österreich anfängt oder aufhört. Am Bodensee zum Beispiel: Obwohl Dreiländereck, kennt der Bodensee nämlich keine Grenzen. See ist See – und grenzenlos, nur wer anlandet, muss darauf achten, ob er in Österreich, Deutschland oder der Schweiz seinen Fuß an Land setzt. Einzigartig in Europa. Österreichs einzige Fischerin vom Bodensee hat das wohl schon immer so gesehen. Bei ihrer anstrengenden Arbeit erfährt sie Tag für Tag die grenzenlose Freiheit ihres Sees.

Der Neusiedler See hat im Gegensatz dazu „schwere“ Zeiten hinter sich. Im wahrsten Sinn des Wortes: Um mitten im See eine klare Grenze zwischen Österreich und Ungarn zu markieren, wurden 1945 Zigtausende Tonnen Beton in den See gekippt – so lange, bis die winzige Insel „B-0“ entstand, als Grenz- und Vermessungspunkt. Ein seltsames Bild für jeden, der im warmen Abendlicht über den Steppensee mit seinen riesigen Schilfgürteln blickt.

Durch fast alle Bundesländer führt Gernot Lerchers filmische Reise. Allein Wien liegt nicht an einer Staatsgrenze. Doch die „Universum“-Dokumentation folgt nicht einfach stur dem Grenzverlauf. Sie stellt die unterschiedlichen Grenzregionen einander gegenüber, schafft damit immer wieder überraschende Einblicke in die Natur unseres Landes – wie auch in die Geschichte. Und sie blickt auch über die Grenzen zu unseren Nachbarn. Das öffnet die Tür zu einer manchmal auch kuriosen Grenzwelt mit kaum bekannten Regionen, wo es das eine oder andere Mal zu ebenso abenteuerlichen wie berührenden Begegnungen von Mensch und Tier kommt.

Wenn Schafhirten ihre Herden auf dem lebensgefährlichen Weg über die Alpenpässe von Süd- nach Nordtirol bringen, dann sind sie möglicherweise auf dem Weg unterwegs, den auch Ötzi vor fast 4.000 Jahren genommen hat. Der Film führt auch in die verfallenen Grenzkasernen an der ungarisch-österreichischen Grenze. Die Natur verbindet langsam wieder, was vom Menschen getrennt wurde.

Wenn das eine oder andere Mal ein Elch seine Nase über die tschechische Grenze steckt oder gar ein slowenischer Bär Lust auf österreichischen Honig verspürt, dann ist das für alle Tierfreunde ein erfreuliches Zeichen für Artenvielfalt auch im 21. Jahrhundert und der Beweis, dass die großen Tiere, die noch vor wenigen Jahrhunderten weit über Mitteleuropa verbreitet waren, noch nicht vollkommen ausgerottet sind – und bereit sind, zurückzukehren. An Österreichs südlicher Grenze verlief inmitten der malerischen südsteirischen Weinberge während des Kalten Krieges eine streng bewachte Grenzlinie zu Jugoslawien. Die markanten Felswände der Karnischen Alpen – hier verlief die heftig umkämpfte Gebirgsfront des Ersten Weltkriegs – sind heute ein Kletter-Eldorado. Nur waghalsige Kletterer schaffen es auf die steilen Felswände rund um den Plöckenpass – und ab und zu ein Braunbär, den es aus Slowenien nach Norden zieht. Für die Bären eine riskante Reise; denn während man in Slowenien gelernt hat, mit den scheuen, aber manchmal eben hungrigen Raubtieren umzugehen, gibt es in Österreich für diese pelzigen Grenzgänger meist nur wenig Toleranz.

80 Drehtage und 60.000 Kilometer war Regisseur Gernot Lercher mit seinem Kamerateam in den vergangenen eineinhalb Jahren für diesen Film landauf, landab unterwegs. Zusätzlich insgesamt 25 Flugstunden mit Hubschrauber garantieren spektakuläre Luftaufnahmen eines Landes, das nur auf den ersten Blick klein und überschaubar erscheint. Das Ergebnis ist dabei ein beeindruckendes Porträt Österreichs, seiner Landschaften und seiner Tiere. Und so manches berührende Porträt von Menschen, die ein Leben lang selbst „Grenzgänger“ waren.

Die „Universum“-Dokumentation „Österreich – Land der grünen Grenzen“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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