Zum Fremdschämen: TKG verurteilt die unwürdigen Aussagen gegenüber BK Kern

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die unwürdigen Aussagen der Berater des Präsidenten Erdogan, AKP Abgeordneter Burhan Kuzu gegenüber Bundeskanzler Kern scharf.

Wien (OTS) - Die türkische Kulturgemeinde in Österreich findet die Aussagen des Abgeordneten der Regierungspartei AKP vom Herrn Prof. Dr. Burhan Kuzu nicht nur bedenklich, geschmacklos und zum Fremdschämen, sondern vor allem auch gefährlich.

Das ist nicht die Sprache, die die Mehrheit der aus der Türkei stammenden Bürger/-innen in Österreich vertritt und schätzt. Sicherlich existieren solche Menschen, die diese Sprache gut heißen, aber die Mehrheit der Menschen in der Türkei und jene in Österreich lebenden Menschen aus der Türkei verurteilen diese Sprache und distanzieren sich davon, weil sie seit Jahren unter solcher unwürdigen, hetzenden, beleidigenden Sprache ("Ungläubiger") leiden und sich spalten.

Diese Sprache der Verachtung, die wir ab und zu auch aus Österreich kennen, ist unserer Meinung nach leider seit Jahren in der Türkei durch die Regierungspartei im Parlament salonfähig gemacht worden, ins Ausland exportiert worden, die vorher in der Türkei nicht erlaubt und verpönt war. Niemand kennt diese Sprache der Gewalt der türkischen Ex-Politikern, Atatürk, Bülent Ecevit, Süleyman Demirel und sogar von Necmitten Erbakan. Ganz im Gegenteil, diese Politiker verwenden eine sehr kritische, ironisch zum Denken bringende, trotzdem respektvolle Sprache gegenüber ihren "Feinden" in der türkischen Politik, die wir jetzt vermissen.

Wie sollen wir uns in Österreich fühlen, wenn ein Prof. Dr. der Regierungspartei AKP, der sogar auf dem Gebiet der Verfassung Spezialist ist und die neue Verfassung der Türkei neu orientiert, als konservative islamische Partei, den österreichischen Bundeskanzler als ungläubig beschimpft. Wir fühlen uns nicht gut. Wir verurteilen natürlich auch den terroristischen Junta Putsch in der Türkei, der in der Türkei alle Nerven blank gelegt hat und verneigen uns vor allen Märtyrern und Opfern, die diesen Sekten-Junta-Putsch gestoppt haben. Ohne Zweifel wünscht sich die TKG einen säkularen, von religiös-islamistischen Sekten befreiten türkischen Rechtsstaat. Für die Türkische KULTURgemeinde geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten!

Auf der anderen Seite möchten wir hier bezüglich des Ausdruckes "Ungläubiger" Folgendes betonen: Die Republik Österreich ist das einzige Land auf der Welt, wo der Islam seit 1912 als Religionsgemeinschaft und die Aleviten seit kurzem als Religionsgemeinschaft (ALEVI) anerkannt sind, und dafür möchten wir der Republik Österreich unseren großen Dank aussprechen, die, in aller Höflichkeit ausgedrückt, ein Vorbild für die AKP Regierung sein könnte. Vielleicht könnte man auch hier unbedingt fordern, dass sich die Religionsgemeinschaften in Österreich von den Parteien aus der Türkei bzw. aus arabischen Ländern bzw. Sekten entkoppeln sollen, die gerade viele Probleme in Österreich verursacht haben und, wenn es so weiter geht, noch mehr Probleme unter dem Vorwand Religionsfreiheit, Integration und Solidarität verursachen werden.

Ob uns die Aussagen des Bundeskanzlers Kern gefallen oder nicht, wir wollen uns trotzdem nicht von der Sprache der Vernunft, des Verstandes entfernen. Wir wollen auch nicht unter dem Vorwand der emotionalen Sprache eine bedenkliche, hetzende Geisteshaltung von den verantwortlichen Politiker/-innen akzeptieren, sondern scharf verurteilen.

Diese Sprache ist ein Resultat der Arroganz der Macht, wo in einem Rechtsstaat die Gewaltenteilung zerstört wurde und die Herrscher weder Angst vor Gesetzen noch Behörden oder Konsequenzen haben.

Diese unwürdigen Aussagen möchten wir mit einem türkischen Sprichwort kommentieren: "Kem söz sahibine aittir." ("Die unschönen Schimpfwörter beziehungsweise bösen Wörter gehören den Sagenden.")

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Türkische KULTURgemeinde in Österreich
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