Weltkatzentag: Wiener Tierschutzverein appelliert – Kastrationspflicht beachten

WTV-Präsidentin Petrovic: „Populationen wildlebender Katzen nicht einfach ignorieren und Kastrationspflicht beachten“. WTV hat eigenes Programm für verwilderte Hauskatzen.

Vösendorf (OTS) - Ein Tag für alle Samtpfoten dieser Welt. Ursprünglich wurde der internationale Weltkatzentag als Gedenktag eingeführt, um auf die Missstände bei der Haltung von Stubentigern aufmerksam zu machen und zu artgerechter Haltung und der Bekämpfung von Vernachlässigung aufzurufen. Natürlich kommen Fälle vernachlässigter, gequälter oder ausgesetzter Katzen immer noch vor, die Situation hat sich aber gerade in den letzten Jahren deutlich gebessert. „Die Zeiten, in denen etwa im Sommer hunderte Tiere aufgrund von Urlaub ausgesetzt wurden, sind mittlerweile vorbei, was allerdings nicht heißt, dass keine Katzen mehr ausgesetzt, abgegeben oder gequält werden“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Dennoch gibt es immer noch Missstände bei Katzen, auf die der Wiener Tierschutzverein (WTV) an diesem Gedenktag aufmerksam machen möchte. „Was wir in letzter Zeit vermehrt beobachten, sind mittelgroße bis große Populationen verwilderter, freilebender Hauskatzen, die sowohl in Ballungsräumen als auch in ländlichem Gebiet leben. Sehr oft sind diese Tiere nicht kastriert und vermehren sich daher rasant. Prinzipiell ist gegen diese Lebensweise nichts einzuwenden, sofern die Tiere kastriert sind und sich jemand um sie kümmert. Doch werden sie zwar im Sommer oft von Menschen gefüttert, im Winter erfahren sie hingegen extremes Tierleid durch Hunger und Mangel“, so Petrovic. Daher appelliert die Präsidentin an die Bevölkerung, derartige Vorkommen, vor allem in und rund um Wien und das südliche Niederösterreich, umgehend dem WTV zu melden. „Wir versuchen so gut es geht zu helfen“, so Petrovic.

Eigenes WTV-Programm für Wildkatzen

Daher hat der WTV auch das Programm „Unser Wunsch nach Freiheit“ ins Leben gerufen, das speziell für verwilderte Hauskatzen gedacht ist. Der Wiener Tierschutzverein beherbergt aktuell selbst rund 100 dieser „Wildkatzen“. Da diese Tiere oft extrem freiheitsliebend und auch nicht an Menschen gewöhnt sind, wird hier behutsam versucht, die Tiere sofern möglich zu sozialisieren und handzahm zu machen, um sie an gute Plätze vergeben zu können. In vielen Fällen klappt dies jedoch nicht. Daher werden gerade für diese Tiere Plätze gesucht, wo sie auf ihre Freiheit nicht verzichten müssen, aber Futter und Unterschlupf bekommen. „Diese Katzen sind keine Schmusetiere, benötigen aber dennoch menschliche Fürsorge, wie etwa die Gewissheit eines witterungssicheren Schlafplatzes und einer geregelten Fütterung. Optimal sind hier etwa Reiterhöfe oder andere große Grundstücke, wo die Tiere ihre Freiheit genießen können“, so Petrovic. Selbstverständlich werden auch die verwilderten Hauskatzen, wie ihre domestizierten Artgenossen, vom WTV nur kastriert, geimpft und gechipt vergeben - üblicherweise gegen eine kleine freiwillige Spende mit welcher die medizinische Versorgung und Pflege künftiger Schützlinge finanziert wird.

Bitte kastrieren

Des Weiteren appelliert der WTV, gerade bei freilebenden Katzen unbedingt die Kastrationspflicht einzuhalten: „Gerade im ländlichen Bereich ist das immer noch ein großes Problem. Daher meine Bitte:
Lassen Sie Ihre Katzen kastrieren, sonst verursachen Sie noch mehr Tierleid. Denn Katzen werfen zwei- bis dreimal pro Jahr. Passiert das unkontrolliert, ist das ärgerlich bis gefährlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katzenbabys krank sind, ist sehr hoch“, sagt Petrovic. Und last but not least noch ein Appell an die Jägerschaft: „Ich bitte die Jägerschaft, den Katzen eine Chance zu geben und sie nicht als lebende Zielscheiben zu benutzen. Gerade in Niederösterreich besteht die Tendenz, dass alle kleinen Raubtiere, die sich auf Wald und Flur herumtreiben - und dazu gehören auch die Katzen - permanent bejagt werden. Die Folge: Nagetierpopulationen entwickeln sich dann rasant und schon wird der Ruf nach Gift laut. Ein nicht nachzuvollziehender Kreislauf, denn die kleinen Räuber würden diesen Job übernehmen“, so Petrovic.

Denn eines sollte am Weltkatzentag nicht vergessen werden: „Die Katze ist das Bindeglied zwischen Wildlife und menschlicher Lebensart. Genau diese Mischung aus Stubentiger und Wildtier und ihr wandlungsfähiger Charakter ist es doch, was uns Menschen an diesen Geschöpften so fasziniert“, so Petrovic abschließend.

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