Familienbund: Ganztagsschule kein Allheilmittel

Individualität und freie Wahlmöglichkeit fördern

Wien/St.Pölten (OTS) - Die Arbeiterkammer Wien hat die Ausgaben von Familien für Nachhilfe im Sommer erheben lassen. Der Schluss, den die AK daraus zieht, ist für den Österreichischen Familienbund nicht nachvollziehbar. Sie fordert „den Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen zu forcieren“ und das sieht Familienbundpräsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier kritisch: „Die Ganztagsschule ist kein Allheilmittel für guten Schulerfolg ohne Nachhilfe. Solange nicht Lehrende und Lernende bestmögliche Unterstützung erhalten, wird sich in unserem Schulsystem egal ob Ganztags- oder Halbtagsform nichts ändern“.

Baier führt aus: „Was Familien wirklich brauchen, ist ein Angebot, das ihnen die Wahl lässt, eine Schulform zu finden, die zu ihren Kindern und deren Bedürfnissen passt. Ob dies die verschränkte Ganztagsschule oder eine Halbtagsschule mit qualitätsvoller Nachmittagsbetreuung mit guter Lernunterstützung ist, wird von Kind zu Kind individuell zu entscheiden sein müssen.

Eine echte Wahlmöglichkeit besteht nur dann, wenn sowohl Nachmittagsbetreuung als auch verschränkter Unterricht an jedem Standort angeboten werden.“ Schulen wiederum, so Baier, brauchen bestmögliche Autonomie in einem guten Rahmen, der Qualität und Vielfalt gewährleistet. Nur so können Lehrende die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um die ihnen anvertrauten Kinder zu den vereinbarten Bildungszielen zu begleiten.

Die Forderung nach einem Chancen-Index, lehnt Baier ab: „Auf der einen Seite jammern wir darüber, dass zu wenig junge Menschen Facharbeiterausbildungen absolvieren. Auf der anderen Seite stigmatisieren wir die Elterngeneration, wenn sie keinen höheren Bildungsabschluss hat? In welcher Welt leben wir? Ein Hochschulabschluss ist kein Garant dafür, dass ich Wissen vermitteln kann. Und ein Mensch mit Hauptschulabschluss kann ein wunderbarer Lehrmeister seiner Kinder sein. Schulen sollten vielmehr je nach Bedarf ausreichend Mittel für unterschiedlichste Fördermaßnahmen zur Verfügung stehen. Und das für die Bandbreite von hochbegabten bis lernschwache Kinder“, deponiert der Familienbundpräsident abschließend in Richtung Arbeiterkammer und Bildungsministerium.

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