Der Arbeitsgesundheitsmonitor der AK zeigt: Die Arbeit macht immer noch viele Beschäftigte krank

Linz (OTS) - Sechs von zehn Personen mit Nacken- oder Kreuzschmerzen führen ihre körperlichen Probleme auf die Belastungen im Job zurück. Das zeigt der Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich. „Daher ist es dringend nötig, den Gesundheitsschutz in den Betrieben zu stärken“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Verspannungen, gefolgt von Rückenschmerzen, Kopfweh, Erschöpfung und Schlafstörungen – das sind die Top 5 der Beschwerden der oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen. Frauen haben etwas häufiger körperliche Beschwerden als Männer, gerade von Kopfschmerzen und Schlafproblemen sind sie öfter betroffen.

Erfreulich ist, dass in Oberösterreich der Anteil jener, die an fünf oder mehr Beschwerden gleichzeitig leiden, signifikant sinkt. So haben etwa „nur“ mehr 19 Prozent sieben oder mehr Beschwerden – 2012 waren es noch 37 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Menschen ohne Beschwerden von 13 auf 19 Prozent. Im Umkehrschluss heißt das aber immer noch: Vier von fünf Beschäftigten in Oberösterreich haben gesundheitliche Beschwerden. Eine Grafik dazu ist auf ooe.arbeiterkammer.at ersichtlich.

Ganz klar ist der Zusammenhang zwischen Arbeit und Gesundheit, insbesondere im Industriebundesland Oberösterreich: Sechs von zehn Personen mit Nacken- oder Kreuzschmerzen führen ihre körperlichen Probleme auf die Belastungen im Job zurück. Schmerzen in den Beinen erklären sich 48 Prozent als Resultat der Arbeitsbelastungen. Allerdings wissen die Beschäftigten sehr wohl zu differenzieren: So führt nur jede/-r Zehnte einen chronischen Husten auf die Arbeit zurück, nur jede/-r Siebte gibt dem Job Schuld an Verdauungsproblemen.

Kälte, Hitze, Staub, Heben von schweren Lasten sowie Gase, Chemikalien und Dämpfe – mit diesen Belastungen haben die Oberösterreicher mehr zu kämpfen als Beschäftigte im restlichen Österreich. So kommen etwa 39 Prozent mit Chemikalien, Gasen und Dämpfen in Kontakt – im Rest Österreichs sind es nur 22 Prozent. Kaum Unterschiede gibt es bei Bildschirmarbeit und dauernden Kundenkontakt.

Signifikant höher als im Bundesdurchschnitt ist in Oberösterreich die Unfall- und Verletzungsgefahr: Bundesweit fühlen sich 39 Prozent davon zumindest wenig belastet, in Oberösterreich sind es 57 Prozent. Dass das nicht nur ein subjektives Empfinden ist, zeigt die Statistik der AUVA: 2014 gab es in Oberösterreich 32,9 Arbeitsunfälle pro 1.000 Versicherte, im Bundesdurchschnitt 29,9.

Trotz steigender Belastungen und vieler Beschwerden müssen die Menschen immer länger arbeiten, bevor sie in Pension gehen können. „Viele erreichen aber das gesetzliche Pensionsalter nicht in einem aufrechten und aktiven Beschäftigungsverhältnis, weil die Arbeit sie zunehmend krank macht“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die AK fordert daher dringend, den Gesundheitsschutz in allen Betrieben zu stärken, und findet dabei die Unterstützung ihrer Mitglieder: Etwa die Hälfte der Beschäftigten fordert mehr Gesundheitsförderung und geringere körperliche Belastungen, 42 Prozent eine Verkürzung der Arbeitszeit.

Gesundheitsschutz ist eine klare Führungsaufgabe und muss als solche eingefordert werden können – auch von den Kontrollbehörden wie etwa dem Arbeitsinspektorat, das mit mehr Personal und mehr Kompetenzen ausgestattet werden muss. „Wer die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet, muss regelmäßig kontrolliert und auch spürbar bestraft werden“, fordert der AK-Präsident, der auch mehr Mitspracherechte von Betriebsräten/-innen und mehr Einbindung von Arbeitsmedizinern/-innen und Sicherheitsfachkräften sowie den verpflichtenden Einsatz von Arbeitspsychologen/-innen fordert.

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