Fortschreitende Kurzsichtigkeit bei Schulkindern nimmt zu

One-stop-shop-Ordinationen erleichtern Therapie

Wien (OTS) - Beobachtungen zeigen, dass immer mehr Schulkinder an sogenannter progredienter Myopie, also fortschreitender Kurzsichtigkeit, leiden. Mit speziellen Korrekturlinsen lasse sich dieser gegensteuern, sagte Helga Azem, Obfrau der Bundesfachgruppe Augenheilkunde und Optometrie der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Dienstag in einer Presseaussendung. Diese therapeutische Maßnahme müsse aber jedenfalls vom Augenarzt durchgeführt werden und erfordere regelmäßige ärztliche Kontrollen.

„Progrediente Myopie ist eine Augenerkrankung, die vor allem in Industrienationen nicht zuletzt auch deswegen zunimmt, weil Kinder vermehrt Zeit vor Monitoren und Displays verbringen. Ein wesentlicher Faktor ist aber auch die Genetik: Wenn ein oder beide Elternteile kurzsichtig sind, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit deutlich“, erklärt Azem. Die ersten Symptome zeigen sich meistens ab dem zehnten Lebensjahr.

Augenärzte und Optiker unter einem Dach – gutes Serviceangebot für Eltern

„Die meisten Eltern betroffener Kinder sehen es als Erleichterung, wenn Augenarzt und Kontaktlinsenoptiker unter einem Dach sind“, so Azem. Jeder Augenarzt ist berechtigt, Kontaktlinsen anzupassen, was eine augenärztliche Tätigkeit darstellt. Darüber hinaus bieten zahlreiche Augenärzte ihren Patienten die Möglichkeit an, die verordneten Kontaktlinsen wie auch Brillen direkt in einem der Ordination angeschlossenen Optik-Institut zu erwerben. „Mit diesem zeitgemäßen Service kommen wir dem Wunsch vieler Patienten nach einem ,One-Stop-Shop‘-Service entgegen und erfüllen darüber hinaus die Forderung der Gesundheitspolitik nach engerer Kooperation von ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen“, erklärt Helga Azem.

Diese Zentren haben das Ziel, die Rundumversorgung der Augen – von der Augengesundheit bis hin zur Anpassung von Brille oder Kontaktlinse – an einem Ort anzubieten. „Hier findet ein Erfahrungs-und Informationsaustausch zum Wohle des Patienten statt. Durch die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Augenoptikern, Orthopisten und Augenärzten wird nicht nur das Service, sondern auch die Qualität der Versorgung verbessert. Das bedeutet: kurze Wege, ein Ansprechpartner und ein kulantes Miteinander“, erläutert Azem. Es spreche viel dafür, die ärztlich verordneten Sehbehelfe direkt in der Ordination anfertigen zu lassen. Der mündige Patient entscheide aber selbst, ob er von dem Serviceangebot Gebrauch mache oder nicht, so Azem abschließend. (ar/bs)

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