„Die Waldmenschen“: „kreuz und quer“-Doku über den Kampf der größten indigenen Volksgruppe Brasiliens um ein Stück Erde

Außerdem am 2. August: „Tausend Jahre Einfachheit – Die Benediktinerinnen von Girona“

Wien (OTS) - Nach dem 100-minütigen „Universum“ über „Brasilien – Das Land der Extreme“ (20.15 Uhr) widmet sich am Dienstag, dem 2. August 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2 mit Gernot Lerchers „kreuz und quer“-Doku „Die Waldmenschen“ über die größte indigene Volksgruppe Brasiliens – die Guarani – eine weitere Produktion dem Gastgeberland der Olympischen Sommerspiele 2016: ORF-Steiermark-Regisseur Gernot Lercher hat die „Waldmenschen“ ‒ wie die Guarani genannt werden ‒ im Bundesstaat Mato Grosso do Sul besucht und dokumentiert ihren verzweifelten Kampf um ein Stück Erde und ihre tiefe, spirituelle Verbundenheit mit der Natur. Weitere Informationen über den ORF-Programmschwerpunkt rund um Olympia sowie die Olympia-Berichterstattung des ORF sind unter presse.ORF.at abrufbar.

Manche Dinge ändern sich nicht – selbst innerhalb von tausend Jahren nicht. In Girona, einer spanischen Stadt im Nordosten Kataloniens, liegt das Kloster St. Daniel. Nun steht ein ganz besonderes Jubiläum bevor: sein eintausendjähriges Bestehen – ein Meilenstein in der Geschichte, der nur wenigen Institutionen vorbehalten ist. Aus diesem Anlass haben die dort lebenden Benediktinerinnen die Tore von St. Daniel geöffnet und gewähren in „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – um 23.05 Uhr einen Einblick in ihr Leben. Dabei erinnern sie sich, wie es war, als sie ins Kloster eintraten, wie ihre Familien darauf reagiert haben und wie sie ihre erste Zeit der Eingewöhnung empfunden haben.

„Die Waldmenschen“ – Ein Film von Gernot Lercher

„Guarani“ heißt übersetzt „Waldmenschen“. Sie sehen sich als Beschützer des Waldes, nicht nur für sich, sondern für die gesamte Menschheit. In tiefer Verbundenheit mit dem Land ihrer Ahnen liegen ihre sprichwörtlichen Wurzeln ‒ ihre spirituelle Heimat ‒ in den einst weitläufigen Waldgebieten Brasiliens. Bäume sind für sie beseelte Wesen.

In vielen früheren Stammesgebieten der Guarani gibt es jedoch schon lange keinen Wald mehr. Mato Grosso do Sul, der „Große Wald des Südens“, steht exemplarisch dafür. Die Wälder, die diesem Bundesstaat einst den Namen gegeben haben, wurden zugunsten von Sojafeldern und Viehweiden weitgehend gerodet, die Guarani zugleich von ihrem Land vertrieben und in Reservate gezwungen. Seit der Kolonialisierung Südamerikas haben die Guarani nahezu ihr gesamtes Land verloren. Noch ist ihr Widerstand nicht gebrochen. An den äußersten Rand der Gesellschaft gedrängt und ihrer Lebensgrundlage beraubt, besetzen Stammesgruppen immer wieder Land- und Waldgebiete, die sie als ihren ursprünglichen Grund und Boden erachten. Die Folge sind gewaltsame Konflikte mit Großgrundbesitzern. Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Jahren Hunderte Opfer unter den Guarani gefordert haben. Regisseur Gernot Lercher hat die Guarani in Mato Grosso do Sul besucht und zeigt in seinem Film ihren Kampf für die Rückgewinnung von traditionellem Land. Der Film gibt seltene Einblicke in die schwierige Lebenssituation von Brasiliens „Waldmenschen“ und ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur.

„Tausend Jahre Einfachheit – Die Benediktinerinnen von Girona“ – Ein Film von Pere Solés und David Gimbernat (deutsche Bearbeitung:
Margarita Pribyl)

Auch im 21. Jahrhundert hat sich die „Work-Life-Balance“ der Nonnen kaum verändert. Der Tagesablauf ist von Gebeten und immer wiederkehrenden Tätigkeiten und Arbeiten geprägt. Dabei müssen die katalanischen Nonnen mit wenigen Mitteln auskommen. Und sie tun es mit Gelassenheit und Hingabe. Obwohl die technischen Neuerungen unserer Zeit auch vor den Pforten des Klosters nicht haltgemacht haben, läuft das Leben in seinen Grundzügen so wie schon seit vielen Jahrhunderten ab.

Die einfühlsame Dokumentation zeigt eine Parallelwelt, an der nur wenige Menschen teilhaben. Solch eine Art zu leben wird immer seltener. Die Benediktinerinnen von St. Daniel haben sich mit ihrer ganzen Seele einem Leben hinter Klostermauern verschrieben. Doch sie sind deshalb keineswegs weltfremd. Die Nonnen teilen ihre Ängste und Sorgen, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen. Freudvolle Momente und Mußezeiten gehören ebenso zum Alltag wie eine gehörige Portion Humor. In der einen oder anderen Weise ist das Klosterleben gar nicht so anders – geht es doch auch hier darum, dem Leben einen Sinn zu geben und mit den Schwierigkeiten des Alltags möglichst gut zurechtzukommen – und das nun schon seit eintausend Jahren.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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