AK: Nachhilfe im Sommer kostet Eltern im Schnitt 400 Euro

50.000 Schülerinnen und Schüler strebern mit Unterstützung in den Ferien

Wien (OTS) - Rund 400 Euro im Schnitt, im Einzelfall aber auch deutlich mehr: Wenn die Kinder in den Ferien für einen Nachzipf oder zur Vorbereitung fürs nächste Schuljahr Nachhilfe nehmen, geht das ganz schön ins Geld. „Das können sich Familien mit niedrigeren Einkommen kaum leisten. Kinder, die aus solchen Familien kommen bekommen viel seltener Nachhilfe. Damit haben sie deutlich schlechtere Start-chancen im nächsten Schuljahr“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Die Wiener Volkshochschulen bieten ab 1. August erstmals kostenlose Nachhilfe für SchülerInnen der Neuen Mittelschulen und der AHS-Unterstufen in den VHS-Lernstationen an. „Das ist ein wichtiger Schritt, aber die Lösung für das Problem muss von Anfang an im Schuljahr ansetzen“, so Kaske. Der rasche Ausbau der verschränkten Ganztagsschule muss so schnell wie möglich kommen. Förderunterricht muss auch in den mittleren Schulstufen von Beginn des Schuljahres an möglich gemacht werden. „Es gibt Schulen, in denen es besonders viele Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien gibt. Für diese Schulen muss es eine besondere Förderung nach dem Chancen-Index geben“, fordert Kaske.

Im Auftrag der AK hat das Ifes-Institut im Frühjahr 2016 unter 3.100 Familien mit 5.400 Schulkindern gefragt, wie viel sie für Nachhilfe im Sommer 2015 ausgegeben haben. Am teuersten war die Nachhilfe in der Steiermark (490 Euro) und in Wien (450 Euro). Am wenigsten gaben die Eltern für die Nachhilfe im Burgenland aus (280 Euro). Vergleicht man die verschiedenen Schulformen, wird der Unterschied noch größer. Für die Nachhilfe eines Schülers oder einer Schülerin in einer berufsbildenden mittleren Schule zahlen die Eltern rund 690 Euro, für die Nachhilfe eines Schülerin oder eine Schülerin der AHS-Oberstufe etwa 490 Euro. Ist das Kind in der Volksschule, geben die Eltern dagegen 220 Euro aus.
Eltern mit einem Haushalts-Einkommen von über 3.000 Euro geben im Schnitt 472 Euro für ihre Kinder im Sommer aus. Wer nur über ein Haushalts-Einkommen bis 1.300 Euro verfügt, gibt 286 Euro für Nachhilfe aus. Die soziale Benachteiligung dieser Kinder geht somit auch in der schulfreien Zeit weiter.

Die AK fordert:
+ Mehr echte, verschränkte Ganztagsschulen: Das AK Nachhilfebarometer zeigt eindeutig, dass nur die echte Ganztagsschule die Eltern vom Lernen mit den Kindern und von teurer Nachhilfe entlastet.
+ Ausbau des regelmäßigen Förderunterrichts: Für den Förderunterricht muss ein zweckgebundener Fördertopf eingerichtet werden. So wie in den Volksschulen muss der regelmäßige Förderunterricht auch in der Mittelstufe gleich ab Beginn des Schuljahrs leicht und unbürokratisch zugänglich gemacht werden.
+ Eine neue Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index: Pro Schülerin, pro Schüler, deren Eltern selber keinen höheren Bildungsabschluss haben, soll die jeweilige Schule mehr Geld bekommen – damit sie die Kinder besser fördert.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001