AK: Mehr Zeit für Erziehung geht nur mit besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (OTS) - „Erziehung ist nicht nur eine Wissensfrage, sondern auch eine Zeitfrage“, sagt die Leiterin der AK Abteilung Frauen und Familie, Ingrid Moritz anlässlich der Vorstellung der ÖIF-Studie zur Erziehung. „Ein gutes Familienleben gelingt dann, wenn beide Eltern auch die Zeit haben, sich in die Betreuung der Kinder einzubringen.“ In einer AK-Studie über die Lebensziele junger Wienerinnen wünschten sich über 83 Prozent der 950 befragten Frauen unter 30 Jahren Erfolg im Beruf. Ebenso viele betonten, dass sie sich Zeit für die Kinder wünschen. Für etwa 75 Prozent war klar, dass das nur mit einer halbe-halbe-Arbeitsteilung in der Partnerschaft gelingt. „Wir müssen den jungen Familien, Vätern und Müttern, Beruf und Familie ermöglichen. Das geht nur mit gut ausgebauten Kinderbetreuungsangeboten, mit mehr Offenheit der Betriebe für die Arbeitszeitwünsche von Müttern und Vätern und mit der Stärkung von Vätern in der Erziehungsarbeit“, sagt Moritz.

Die AK fordert deshalb klare Signale für Familien:

+ Der Ausbau von guter Kinderbetreuung, verbunden mit guter Kinderbildung von Anfang an, muss energisch vorangetrieben werden. Insbesondere für Kinder unter drei Jahren. Dabei muss es auch um Verbesserung der Qualität gehen, also auch darum dass sich mehr Fachkräfte um die Kinder kümmern können. Darüber hinaus müssen die laufenden Kosten über den aufgabenorientierten Finanzausgleich sichergestellt werden. Gemeinden mit einem guten Angebot an Kinderbetreuung und Kinderbildung sollen laufend mehr Mittel bekommen.

+ Die Beteiligung der Väter an der Betreuungsarbeit der Kinder muss weiter entwickelt werden: Mit dem neuen Familienzeitbonus gibt es zwar ab nächsten Jahr eine finanzielle Absicherung für einen Papamonat. Es braucht aber auch einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat gegenüber dem Arbeitgeber. Denn ein Papamonat hilft, die bisherige Rollenverteilung schon mit der Geburt aufzubrechen. Auch die Betriebe müssten dann für die Erziehungsaufgaben von Vätern aufgeschlossener sein.

+ Viele Betriebe kennen die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten nicht. Es ist notwendig, diese im Betrieb systematisch zu erfassen und in der Personalplanung zu berück-sichtigen.

Infos zur Studie über junge Frauen in Wien unter wien.arbeiterkammer.at/Frauen

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