„Am Schauplatz“ über „Zwei Klassen Medizin“

Am 28. Juli um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Viele Österreicher haben es schon selbst erlebt: Wer etwa dringend einen Termin für ein sogenanntes MRT-Röntgen braucht, muss wochenlang warten. Auch bei Haut- oder Augenärzten heißt es meistens Geduld haben. Und wer eine neue Hüfte oder ein Kniegelenk im Spital benötigt, sollte sich ebenfalls auf eine längere Wartezeit einstellen. „Die Zweiklassenmedizin gibt es eindeutig, alles andere wäre ein Verleugnen der Situation. Jeder, der das nicht wahrnimmt, ist blind“, meint Dr. Eduard Zeller, praktischer Arzt aus Niederösterreich, in der „Am Schauplatz“-Reportage“ von Tina Schmidt-Labenbacher am Donnerstag, dem 28. Juli 2016, um 21.05 Uhr in ORF 2.

Tatsächlich: Wer als Patient/in bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, kann Wartezeiten umgehen. Gegen „Bares“ bekommt man den MRT-Termin innerhalb weniger Tage. In einer Privatklinik kommt man auch mit einer Hüftoperation schnell dran. Immer mehr Österreicher/innen haben daher auch eine Sonderklasseversicherung, fast 1,6 Millionen sind es bereits. Den Trend zur Privatmedizin sieht die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz kritisch: „Das Risiko wird vergesellschaftet, und der Gewinn privatisiert. Das ist dem öffentlichen Gesundheitswesen abträglich.“ Aber nicht nur die Patientinnen und Patienten sind unzufrieden, auch viele Kassenärztinnen und Kassenärzte. Sie müssen die Patientinnen und Patienten am Fließband abfertigen, ihre Wartezimmer sind oft heillos immer überfüllt. „Frustriert“ habe er sich oft gefühlt, erzählt Anton Biedermann, ein praktischer Arzt vom Land. Deswegen hat er den Kassenvertrag gekündigt. „Ich möchte von ehrlicher Arbeit gut leben können, nicht mit dem Verkauf von Gesundheitsprodukten oder Botox-Unterspritzungen“, sagt er.

„Am Schauplatz“-Reporterin Tina Schmidt-Labenbacher hat sich das österreichische Gesundheitssystem von innen angesehen. Sie hat mit Ärzten und Experten geredet, und sie hat sich viel in Wartezimmern aufgehalten. Dort hat sie einen krebskranken Herrn kennengelernt, der oft wochenlang auf dringend nötige Untersuchungen warten muss. Und die alte Frau Haberl, deren Hüfte total kaputt ist – und die seit zwei Jahren nicht weiß, wie es weitergehen soll.

„Am Schauplatz““ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0001