AK 2: Konkret – was Urlauber „auf die Palme“ brachte

Wien (OTS) - Das kann ja wohl nicht wahr sein: Ein Flug, der wo anders landete, als gebucht. Eine Familie wurde mit einem kargen Gutschein abgespeist. Eine Baustelle direkt neben dem Hotel – auch da gab es vorerst nur einen spärlichen Gutschein für ein Ehepaar. Die AK gibt Tipps, was Sie nach einem verpatzten Urlaub tun können.

Nicht gelandet, wie gebucht
Frau C. buchte bei einer Buchungsplattform für zwei Erwachsene und ein Kleinkind um rund 640 Euro einen Hin- und Retourflug von Wien nach Sarajevo. Beim Check-in hieß es: Die Landung in Sarajevo wäre aufgrund schlechten Wetters nicht gesichert. Beim Boarding erfuhren sie: Die Landung erfolgt in Zagreb. Die Familie würde mit dem Bus rund 400 Kilometer zusätzlich fahren müssen – mit einem Kleinkind nicht zumutbar. Daher trat Frau C. nach der Fluggastrechte-Verordnung zurück und forderte den Flugpreis retour. Die Buchungsplattform übermittelte einen Gutschein mit nur 123 Euro. Die AK intervenierte. Die Fluglinie verwies punkto Rückzahlung an die Buchungsplattform. Die erklärte, nach Rücksprache mit der Fluglinie, gleich die Auszahlung vornehmen zu wollen – seitdem ist Funkstille. Eine weitere Intervention läuft.

Viel Lärm – hör mal, wer da hämmert
Ehepaar B. hatte um rund 1.440 Euro eine Pauschalreise nach Mallorca gebucht. Neben ihrem Hotel war eine Großbaustelle – ihr Zimmer mit Ausblick direkt auf die Baustelle. Wegen anhaltender Lärm- und Schmutzbelastung konnten sie auch den Balkon nicht nutzen. Herr B. verlangte einen Zimmerwechsel: Er könne sich auf eine Warteliste setzen lassen. Schließlich erreichte er die Reiseleitung. Nach drei Tagen konnte das Paar zumindest das Zimmer wechseln. Am Pool entkamen sie aber dem Lärm weiterhin nicht. Familie B. forderte nach dem Urlaub eine Abfindung vom Reiseveranstalter. Er bot nur einen Gutschein um 150 Euro als Preisminderung an. Nach Intervention der AK gab es 450 Euro in bar zurück.

Ihr Urlaub war ein Reinfall – das können Sie tun:

+ Ansprüche einfordern: Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche geltend, am besten mit eingeschriebenem Brief. Ansprechpartner für Reisemängel bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter. Bei Ansprüchen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen Sie sich an die Fluglinie wenden, die den Flug hätte durchführen sollen oder durchgeführt hat. Musterbriefe finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at.

+ Nicht abwimmeln lassen: Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist vom Reiseveranstalter in bar zu leisten. Auch Ausgleichsleistungen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen ausbezahlt werden, außer Sie erklären sich mit einem Gutschein schriftlich einverstanden.

+ Was gibt’s zurück? Orientierung zur Höhe der Preisminderung bei Pauschalreisen bietet die Frankfurter Tabelle. Sie finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

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Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
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