Neues Volksblatt: "Pflegebedürftig" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 27. Juli 2016

Linz (OTS) - Wie bei aufgeheizter Wetterlage ein Eis hilfreich sein kann, helfen bei aufgeheizten politischen Wetterlagen zumeist Fakten. Und genau die Fakten sprechen für eine Unterstützung pflegender oder pflegebereiter Angehöriger, wo es nur geht. Die entsprechenden politischen Absichtserklärungen aller politischer Couleurs liegen seit längerem auf dem Tisch. Jetzt geht es an die Diskussion von Details — und das ist gut so! Die Absicherung privater Pflegeleistungen in den Familienverbänden ist nämlich volkswirtschaftliche Notwendigkeit und humanitärer Auftrag. Gleichzeitig gilt es zwischen den Sozialpartnern aber, in Sachen Unterstützung dieses „Wo-Es-Nur-Geht“ zu definieren und damit einer Einigung zuzuführen.
Auch wenn im öffentlichen Diskurs zumeist Seniorenheime oder Mobile Dienste als die stärksten Säulen des Pflegenetzwerkes erscheinen mögen: Es ist die stille Zuwendung in den eigenen vier Wänden, die das System trägt! Laut Studien werden mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der Pflegegeldbezieher ohne Zugriff auf institutionelle Betreuungsformen durch den Lebensabend getragen — und damit ohne zusätzliche Kosten für die öffentliche Hand. Porös wird das Netz dort, wo selbst in ländlichen Regionen der Rückgang der Kinderzahl, berufliche Mobilität der Jungen und ein von Genussmaximierung geprägter Lifestyle Tribut verlangen. An diesen Punkten muss ein Konzept mit positiven Impulsen gegensteuern.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001