Schwentner zu Pflegefreistellung: Akuter Pflegebedarf nicht planbar

Grüne: Gemeinsamer Haushalt als Kriterium nicht mehr zeitgerecht

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert. Neufassung in Meldung OTS0070 vom 26.07.2016

„Es ist überaus bedauerlich, wie reflexartig ablehnend
Martin Gleitsmann auf den Vorschlag, das Kriterium des gemeinsamen Haushalts für eine Pflegefreistellung abzuschaffen, reagiert. Und damit auf eine der ganz großen Herausforderungen der Zukunft: der Pflege älterer Menschen“, sagt Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen, in Bezug auf den Vorschlag des Leiters der Abteilung Sozialpolitik der Wirtschaftskammer.

„Dabei handelt es sich seit 2013 um eine mehr als absurde Ungleichbehandlung von Eltern, die sehr wohl einen Pflegetag nehmen können, auch wenn ihre Kinder nicht im selben Haushalt leben, und Kindern, die ihre akut pflegebedürftigen Eltern nur dann tageweise betreuen dürfen, wenn sie unter demselben Dach leben. Das ist in der Regel längst nicht mehr der Fall, das müsste auch der Wirtschaft bekannt sein“, sagt Schwentner.

„Es dürfte Gleitsmann auch bekannt sein, dass Pflege im Gegensatz zur Elternschaft meistens nicht planbar ist. Ein Unfall oder ein Schlaganfall treten unvermittelt ein und stellt Angehörige vor die Herausforderung, rasch eine Pflege- und Betreuungslösung zu finden. Eine Berufstätigkeit mit der Pflege eines Angehörigen zu vereinbaren ist bereits heute eine große Herausforderung für viele ArbeitnehmerInnen“, erläutert Schwentner.

„Ich wünsche mir weniger Scheuklappen und mehr Offenheit im Umgang mit einem Thema, das uns alle schon jetzt viel mehr beschäftigen sollte. Aufgrund der demographischen Entwicklung – das heißt der Vergrößerung des Anteils alter pflegebedürftiger Menschen an der Bevölkerung – wird die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf noch deutlicher an Brisanz gewinnen“, sagt Schwentner.

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