AK erkämpft Schadenersatz für sexuell belästigte Arbeitnehmerin

Linz (OTS) - Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt. Deshalb forderte die AK Oberösterreich für eine belästigte Angestellte aus Linz, die sich an das AK-Frauenbüro um Hilfe gewandt hatte, Schadenersatz ein. Nach einem Vergleich musste der ehemalige Chef der Frau 1.000 Euro Schadenersatz zahlen. Das ist als Signal wichtig, die Einschüchterung und Erniedrigung, die sie durch den Übergriff ihres Chefs erfahren hatte, kann es aber nicht wieder gut machen.

Auf einer Dienstreise wurde der Unternehmer gegenüber seiner Mitarbeiterin zudringlich. Er fasste sie gegen ihren Willen an den Hüften und zog sie auf seinen Schoss. Als sie sich erheben wollte, hielt er sie an den Handgelenken fest. Obwohl die Frau ihm unmissverständlich klarmachte, dass sie das nicht wolle, musste sie auch bei der Heimreise immer wieder anzügliche Bemerkungen über sich ergehen lassen. In der Folge erwirkte die Frau eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses und wandte sich an die Arbeiterkammer um Hilfe.

Laut Gleichbehandlungsgesetz war das Verhalten des Unternehmers eindeutig eine sexuelle Belästigung. Diese liegt vor, wenn „ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten gesetzt wird, das die Würde einer Person beeinträchtigt, für die betroffene Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist und eine einschüchternde, feindselige oder demütigende Arbeitsumwelt für die betroffene Person schafft“. Und das Gesetz sieht für solche Fälle auch einen Schadensatz vor, den die AK für die Frau eingeforderte.

„Belästiger müssen spüren, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist und auch Konsequenzen hat. Betroffene Frauen können sich unter der Telefonnummer 050/6906-2142 an das AK-Frauenbüro wenden. Die AK gibt ihnen kostenlosen Rechtsschutz und vertritt sie auch vor Gericht“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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