Ärztekammer zu Angebot des Hauptverbandes: „Endlich Nägel mit Köpfen machen“

Wien (OTS) - Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), begrüßt das Angebot von Ulrike Rabmer-Koller, Vorstandsvorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten: „Wir sind bereit, uns mit dem Hauptverband an einen Tisch zu setzen und konstruktiv Lösungen zu erarbeiten.“ Gleichzeitig fordert der ÖÄK-Präsident am Montag in einer Aussendung, „dabei endlich Nägel mit Köpfen zu machen“.

Es dürfen nicht wie bisher Macht- und Einflussstreben von Gesundheitspolitik und Hauptverband sinnvollen Verbesserungen der Patientenversorgung im Wege stehen. Vielmehr müsse das bestmögliche Versorgungskonzept für die Bevölkerung im Mittelpunkt jeder Reform sein. Dazu gehört auch, genügend Ärztinnen und Ärzten die Arbeit im System der sozialen Krankenversorgung schmackhaft zu machen. Geplante Verträge und Organisationsformen sind so zu gestalten, dass sie sowohl von Ärzten als auch von anderen Gesundheitsberufen angenommen werden.

Zudem vermisst die Ärztekammer zum Organisationskonzept „Das Team um den Hausarzt“ eine detaillierte Ressourcen-, Kosten- und Finanzplanung der neuen Primärversorgung. Allgemeinplätze wie „das Geld muss der Leistung folgen“ bilden keine taugliche Grundlage zur Umsetzung einer Gesundheitsreform. Auch in der Gesundheitsplanung müssten Effizienz und Effektivität unabdingbar sein, kritisiert Wechselberger den immensen bürokratischen Aufwand, den die neue Zielsteuerung bisher gebracht hat. Dabei scheint es, vier Jahre nach Start des Reformprozesses, nicht einmal gesichert, dass zumindest einem Prozent der Bevölkerung die „Primärversorgung neu“ mit einer besseren Koordination und Integration der Versorgungseinrichtungen bis Ende dieses Jahres zu Gute kommen wird.

Die Ärztekammer wird gerne ihre Systemerfahrung einbringen, um die notwendige Verbesserung der Primärversorgung und „Das Team um den Hausarzt“ voranzutreiben. „Es darf nicht passieren, dass nach ELGA, deren Startschuss 2005, also vor nunmehr elf Jahren, erfolgt war, ein weiteres gesundheitspolitisches Großprojekt durch Konzept- und Umsetzungsmängel nicht vom Fleck kommt“, so Wechselberger abschließend. (BS)

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