Rabmer-Koller: Rehabilitationszentren für Kinder werden Realität – Herzstück der Gesundheitsreform in der Zielgerade

Die ersten zwei Standorte stehen fest: Gratwein-Straßengel und Wildbad Einöd in der Steiermark

Wien (OTS) - Im aktuellen Rehaplan ist der Bedarf an Kinder-Rehabilitationszentren für ganz Österreich in vier Versorgungsregionen mit elf Indikationsgruppen und insgesamt 343 Betten für Kinder und Jugendliche (zuzüglich 50 Betten für Angehörige) vorgesehen. Nach einem formellen Vergabeverfahren liegen nun die ersten drei Zuschlagsentscheidungen in der Versorgungsregion Süd (Steiermark, Kärnten und südliches Burgenland) vor: In Gratwein-Straßengel wird ein Angebot für mobilisierende Indikationen zur Verfügung stehen. Die Mare-Gruppe führt an diesem Standort bereits eine Rehabilitations-Klinik. Der zweite Zuschlag geht nach Wildbad Einöd. Hier konnte die SeneCura Heimebetriebsgesellschaft als Bestbieter gleich zwei Indikationsgruppen für sich gewinnen:
Herz-Kreislauf- und Pulmologie-Rehabilitation mit 28 Betten und psychosoziale Rehabilitation mit 24 Betten.

„Die Einführung von Kinder-Rehabilitation ist ein wichtiger Meilenstein für die Sozialversicherung. Wir schaffen damit mehr Betreuung und Lebensqualität für erkrankte Kinder und auch für ihre Eltern und Angehörigen. Mit den beiden ersten fixierten Standorten haben wir beste Expertise und Qualität gewählt und können nun die vertragliche Fixierung vornehmen“, betont Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. „Über den Sommer wird es auch für die anderen Versorgungsregionen die Endverhandlungen geben – so können wir mit der Kinder-Rehabilitation möglichst schnell in ganz Österreich starten.“

„Es ist ein gutes Gefühl, dass damit neues Leistungsangebot für Kinder und Jugendliche durch die Sozialversicherung geschaffen wird“, betont Albert Maringer, Vorsitzender des Krankenversicherungsausschusses im Hauptverband. „Die Sozialversicherung ist Garant für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems.“

Der Hauptverband hat bei der Umsetzung des neuen Angebots auch völlig neue Wege beschritten. Erstmals wurden medizinische Leistungen – in diesem Fall für den wichtigen Bereich der Kinderrehabilitation – über ein Vergabeverfahren ausgeschrieben. In einem ersten Schritt hat der Hauptverband die Qualifikationskriterien der Anbieter überprüft, in einem zweiten Schritt ist mit Hilfe einer unabhängige Bewertungskommission nach medizinischen Kriterien der Bestbieter ausgewählt worden.

Mit der Einführung der neuen Kinder-Rehabilitation wird auch die bis dato übliche Trennung der Zuständigkeiten für angeborene oder erworbene Störungen beendet. „Ziel ist es, künftig einen unbürokratischen Zugang zur Rehabilitation für Kinder und Jugendliche zu bieten“, freut sich Ulrike Rabmer-Koller. Dieser niedrigschwellige Zugang ist ein Herzstück der Gesundheitsreform. Der „Single Point of Service“ für die Antragstellung für Kinder bzw. Eltern ist der jeweilige Sozialversicherungsträger. Die Bewilligung erfolgt nach österreichweit einheitlichen Kriterien.

„Mit den eigens für Kinder organisierten Rehabilitationsmöglichkeiten soll sichergestellt werden, dass Kinder-Rehabilitation nicht mehr als Anhängsel der Behandlung von Erwachsenen gesehen wird“, so Rabmer-Koller weiter. Ein wichtiger Treiber der Kinder-Rehabilitation war der Förderverein Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich dessen Obmann Markus Wieser die Umsetzung als „Meilenstein in der medizinischen Versorgung von Kindern“ bezeichnet.“

Die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen soll in der jeweils angemessenen Form sowohl körperliche als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören auch Schulunterricht sowie Freizeitgestaltung. In der Regel begleitet ein Elternteil das Kind bei der Rehabilitation. Bei kleineren Onkologie-Patienten ist - so wie in Deutschland - vorgesehen, dass die ganze Familie mitkommen kann.

Zur Ausgangslage: Rund 5.000 Kinder in Österreich sind so schwer krank oder behindert, dass sie eine Rehabilitation brauchen. In Österreich gab es bis dato aber keine speziellen Kinder-Rehabilitationseinrichtungen. Kranke Kinder wurden für eine Rehabilitation entweder gemeinsam mit Erwachsenen, teilweise 60- bis 85-jährigen Patienten, betreut oder mussten nach Deutschland ausweichen.

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall-und Pensionsversicherung Österreichs. Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,5 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige).

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