Neues Volksblatt: "Alle gefordert" vom CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 19. Juli 2016

Linz (OTS) - Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei und die Reaktion darauf sind eine gewaltige Herausforderung — in erster Linie für die Türkei selbst, aber bei weitem nicht nur. Die richtige Einordnung dessen, was nun im Land am Bosporus passieren wird, ist auch eine Herausforderung für die internationale Staatengemeinschaft. Diese muss ihr Verhältnis zum türkischen Staatschef Erdogan wohl überdenken. Und das dürfte schwierig genug werden.
Denn die Türkei steht geopolitisch nicht schlecht da: Sie ist für die USA ein Verbündeter im Kampf gegen den IS-Terror. Und für die EU ist Erdogan ein wesentlicher Partner im Bestreben, die Flüchtlingsströme unter Kontrolle zu halten. Das dämpft allfällige Kritik aus dem Ausland und zeigt, welch gewiefter Taktiker Erdogan ist. Das hat er nun erneut bewiesen: Im Gefolge des Putschversuchs — wer immer diesen nun angezettelt hat — hat er gezeigt, wie rasch er die Situation für sich nützen kann. Er hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, in einer Säuberungswelle sondergleichen viele Gegner aus dem Weg zu räumen.
Wie es in der Türkei weitergeht, muss in erster Linie im Land selbst entschieden werden. Konsequenz für die EU muss sein, endlich die eigenen Grenzen selbst zu schützen, ohne sich in Abhängigkeit zu begeben. Konsequenz für Nato und USA muss sein, ihre Allianzen zu prüfen. Nach dem Putschversuch in der Türkei sind alle gefordert.

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