Weidenholzer zu Nordirak: "Die Menschen vor Ort brauchen unsere Aufmerksamkeit und Hilfe"

S&D Vizepräsident unterstützt Reise des Außenministers und humanitäre Hilfe für Binnenvertriebene

Wien (OTS/SK) - Josef Weidenholzer, Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion (S&D) im Europäischen Parlament begrüßt die Reise von Außenminister Sebastian Kurz in den Nordirak und die Verstärkung der humanitären Bemühungen vor Ort. „Wichtig ist es, der Situation der Minderheiten besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gerade sie werden von IS/Daesh besonders stark verfolgt. Österreich kann viel tun, um die humanitäre Situation vor Ort zu verbessern. Viele wollen in die zerstörten befreiten Gebiete zurück, dafür müssen aber erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Die Gebiete sind komplett zerstört, die Menschen haben alles verloren“, sagt Josef Weidenholzer. Die am Dienstag im Ministerrat beschlossenen 1,5 Millionen Euro humanitäre Hilfe von Österreich sind ein wichtiger Beitrag. Nun müsse sichergestellt werden, dass die Gelder schnell vor Ort ankommen und die Menschen die Hilfe tatsächlich spüren. ****

„Neben finanzieller Hilfe braucht es auch politische Unterstützung beim Wiederaufbau in der Region Sindschar und Unterstützung bei der Exhumierung der Opfer und Sicherung der Massengräber zur Beweissicherung. Österreich soll sich auf Ratsebene für ein EU-Büro zur Unterstützung beim Wiederaufbau in der Region stark machen", so Weidenholzer.

Mit seiner Reise in den Nordirak zeige der österreichische Außenminister jedenfalls wichtige Solidarität mit den vielen Menschen, die ihre Heimat verloren haben. Insgesamt gibt es mehr als 1,1 Millionen Binnenvertriebene im Irak, die nun großteils unter miserablen Bedingungen in Flüchtlingscamps untergebracht sind. "In den Flüchtlingscamps befinden sich noch immer rund 1500 schwer traumatisierte Frauen und Kinder, die zuvor in IS-Gefangenschaft waren und Schreckliches erlebt haben. Eine adäquate Betreuung ist dort nicht möglich. Sie können auch nicht warten, bis die Region wieder aufgebaut ist, sondern brauchen sofort Betreuung und Hilfe in Europa. Hier ist Österreich sofort gefragt", so Weidenholzer.

Er könne sich daher auch in Österreich die Schaffung eines Sonderkontingents für vergewaltigte Frauen und Kinder vorstellen. Vergangenes Jahr hat Baden-Württemberg mittels Sonderkontingent 1100 Betroffene direkt aus dem Nordirak zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Die Initiative von Ministerpräsidenten Kretschmann erfolgte auch nach einem Lokalaugenschein in einem Flüchtlingsscamp im Nordirak und zeigt, dass viel möglich ist, wenn der politische Wille zur Hilfe besteht. (Schluss) up

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