„Kulturmontag“: Compliance-Vorwürfe gegen Agnes Husslein, Brasilien vor Olympia und Regisseur Franz Novotny im Gespräch

Außerdem: Doku „Islands Künstler und die Sagas“

Wien (OTS) - Der „Kulturmontag“ berichtet am 18. Juli 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2 ausführlich über die Hintergründe des Finanzskandals rund um das Wiener Belvedere und die Compliance-Vorwürfe gegen dessen Direktorin Agnes Husslein, die zuletzt ein Fehlverhalten eingestanden hat. Danach beschäftigt sich eine Reportage mit den bevorstehenden Olympischen Spielen in Brasilien und begibt sich dafür nach Rio de Janeiro und Salvador da Bahia. Außerdem widmet sich nun ein Spielfilm dem Fall Zilk: „Deckname Holec“, der auf einer tschechischen Kurzgeschichte und den „profil“-Enthüllungen basiert, kommt ins Kino. Martin Traxl begrüßt Regisseur und Produzent Franz Novotny im Studio. Anschließend an das Kulturmagazin zeigt ORF 2 „Islands Künstler und die Sagas“ (23.15 Uhr) – eine Dokumentation über die kulturelle Vielfalt der größten bewohnten Vulkaninsel der Erde.

Eingeständnis: Agnes Husslein bestätigt Compliance-Vorwürfe – Die erfolgreiche Belvedere-Direktorin bleibt trotz Fehlverhaltens im Amt

Die Vorwürfe, die gegen die künstlerisch seit Jahren außerordentlich erfolgreiche Belvedere-Direktorin Agnes Husslein im Zuge eines Compliance-Prüfverfahrens bestätigt worden sind, sind gravierend und zahlreich. In einer Stellungnahme gegenüber der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Austria hat Husslein die Vorwürfe bestätigt und sich von sich aus zu einer sofortigen Rückzahlung des entstandenen finanziellen Schadens verpflichtet. Ihre Argumente: Die Arbeiten in der Privatwohnung seien entstanden, weil sie die Wohnung dem Belvedere kostenlos für Repräsentationszwecke zur Verfügung stelle; die Verlegung des Wohnsitzes im Sommer nach Kärnten habe es ihr ermöglicht, für das Belvedere wichtige Personen attraktiv bewirten zu können.
Das Belvedere-Kuratorium hat Agnes Husslein überzeugen können: Sie bleibt bis zum Auslaufen ihres Vertrags zu Jahresende im Amt. Der Job wird ausgeschrieben, Husslein könne sich um eine Verlängerung bewerben.
Werden hier Hussleins Verdienste um das Belvedere zu Recht über ihr Fehlverhalten gestellt? Oder wird in der Kulturbranche mit ungleichem Maß gemessen? MAK-Direktor Peter Noever und der ehemalige Chef der Wiener Kunsthalle, Gerald Matt, mussten nach Bekanntwerden ähnlicher Compliance-Vorwürfe ihren Sessel räumen. Warum handelt der neue Kulturminister Thomas Drozda diesmal wesentlich kulanter? Der „Kulturmontag“ berichtet ausführlich über die Hintergründe des Finanzskandals rund um das Wiener Belvedere.

Not und Spiele: Brasilien vor Olympia – Reportage aus Rio de Janeiro und Salvador da Bahia

Ganz im Sinne des olympischen Mottos „höher, schneller, weiter“ sollte die Austragung der Fußball-WM 2014 und nun jene der Olympischen Spiele, die erstmals in der Geschichte auf dem südamerikanischen Kontinent stattfinden werden, dem Land einen großen Aufschwung ermöglichen – zehn Milliarden Euro wurden in den Olympischen Park und mehrere Millionen in Infrastrukturprojekte investiert. Doch Brasilien schlitterte in den vergangenen Jahren in die tiefste Wirtschaftsrezession seit den 1930ern, und ein Korruptionsskandal rund um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras hält das Land in Atem.
Korruption und Angstmacherei, Proteste und Demonstrationen stehen auf der Tagesordnung. Im Zuge der Errichtung der Wettkampfstätten in Barra da Tijuca, einem Vorort von Rio de Janeiro, finden Zwangsumsiedlungen statt, und in Rios berühmter Guanabarabucht, in der die Segel- und Ruderwettbewerbe über die Bühne gehen werden, hat man mit drastischen Umweltverschmutzungen zu kämpfen. Aus dem Traum, sagen viele Brasilianer, sei ein Alptraum geworden. Der „Kulturmontag“ hat sich In Rio und Salvador umgesehen.

Der Fall Zilk im Kino: Franz Novotnys „Deckname Holec“ – War Wiens Bürgermeister Helmut Zilk ein Ex-Spion?

Unter dem Titel „Helmut Zilk – Spion“ hatte „profil“-Chefredakteur Herbert Lackner 2009 die seit Jahrzehnten ventilierten Gerüchte rund um Zilks Tätigkeiten für den tschechoslowakischen Geheimdienst mit neuen Aktenveröffentlichungen dingfest gemacht. Mitte der 1960er Jahre soll der ehemalige ORF-Fernsehdirektor, Minister und Bürgermeister die Tschechoslowaken gegen Geld- und Sachleistungen mit Informationen aus der österreichischen Innenpolitik versorgt haben. Bis heute bezweifeln Weggefährten und Parteifreunde Zilks den Wahrheitsgehalt der von tschechischen und österreichischen Experten geprüften Akten.
Jetzt widmet sich ein Spielfilm dem Fall Zilk: „Deckname Holec“, der auf einer tschechischen Kurzgeschichte und den „profil“-Enthüllungen basiert und sich doch eine eigene Deutung der Ereignisse erlaubt. Regie führt Franz Novotny, bekannt für einzigartige und skandalträchtige Produktionen wie „Staatsoperette“ aus dem Jahr 1977 oder „Exit – Nur keine Panik“ aus dem Jahr 1980. Der „Kulturmontag“ stellt den neuen Film vor und begrüßt Regisseur und Produzent Franz Novotny im Studio.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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