Verstümmelter Rehbock: Wiener Tierschutzverein fordert strengere Kontrolle der Jägerschaft

WTV-Präsidentin Petrovic: „Die so genannte „Eigenkontrolle“ durch die Jägerschaft ist eine böse Farce“.

Vösendorf (OTS) - Der Fall um einen schwer verstümmelten Rehbock in Liebenfels (Kärnten) scheint geklärt. Dem Tier wurden Mitte Juli beide Vorderläufe mit einem großkalibrigen Jagdgewehr weggeschossen und es musste daraufhin von seinen Qualen erlöst werden. Zuerst ging man von einer Wilderer aus, der den Bock auf so brutale Weise verletzte. Wie sich nun aber herausstellte, soll es sich dem Vernehmen nach bei dem Schützen um einen Jäger handeln, der einen Fehlschuss abgab.

„Litt das Tier jetzt weniger, weil es ein Jäger und kein Wilderer war? Die „Geheimgesellschaft“ der Jäger muss endlich von Tierschutzvereinen kontrolliert werden. Die so genannte „Eigenkontrolle“ durch die Jägerschaft ist eine böse Farce. Ohne Ethik ist die Jagd ein ekelhaftes Gemetzel. Und wieder einmal wirft so ein Vorfall auch auf die redliche Jägerschaft, die sich um ethische und ökologische Standards bemüht, ein schlechtes Licht“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Sie spielt in diesem Zusammenhang auch auf die mysteriösen Tiermorde in Zistersdorf (Niederösterreich) an, wo 36 Tiere durch das in der EU streng verbotene Gift Carbofuran qualvoll getötet wurden. Die Täter werden auch hier in der Jägerschaft vermutet. Mögliches Motiv ist die Ausschaltung von unliebsamer „tierischer Jagdkonkurrenz“.

„Es reicht. Immer wieder bleiben jagdliche Übergriffe ohne Konsequenzen. Es ist höchst an der Zeit, dass die zuständigen Landesregierungen endlich handeln. Es kann nicht angehen, dass sich manche Jäger immer wieder über das Gesetz stellen und dafür nicht belangt werden“ so Petrovic. Im Fall Zistersdorf hätte niederösterreichische Landesjagdverband jedenfalls, obwohl er Mittel und Wege dazu hätte (Stichwort Ehrengericht), nichts unternommen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, so Petrovic dazu. Nun ermittelt in dieser Causa die Kriminalpolizei. Drei Verdächte wurden bisher ausgeforscht.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Oliver Bayer
Öffentlichkeitsarbeit

Wiener Tierschutzverein
Triester Straße 8
2331 Vösendorf

Mobil: 0699/ 16 60 40 66
Telefon: 01/699 24 50 - 16
oliver.bayer@wiener-tierschutzverein.org
www.wiener-tierschutzverein.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WTV0001