AK Analyse: Gefangen im Netz – Vorsicht mit den Urlaubsfotos! 1

Die Cloud ist zum Teilen und nicht zum Sichern

Wien (OTS) - Ein Schnappschuss mit dem Smartphone, ab in die hauseigene Cloud, einige Minuten später kann das Foto die Familie daheim auf dem Tablet bewundern. „Wenn Sie Fotos ins Netz stellen, geht Ihnen zum Teil die Kontrolle über die Fotos verloren. Pattformbetreiber räumen sich oft weitgehende Nutzungsrechte ein“, warnt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Damit Urlaubserinnerungen dauerhaft gesichert sind, braucht es auch eine praktikable Backup-Strategie.

Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation hat im Auftrag der AK die wichtigsten Praxistipps zusammengestellt und auch die Nutzungsbedingungen gängiger Cloud-Dienste und sozialer Netzwerke für Fotos einem Check unterzogen.

„Wenn Sie Fotos ins Netz stellen, müssen Sie damit rechnen, dass in Sachen Urheber-rechte viele der anbieterseitig diktierten Nutzungsbedingungen problematisch sind“, sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. „Werfen Sie daher einen Blick in die Geschäftsbedingungen.“

Facebook etwa räumt sich umfassende Rechte an Bildern und sonstigen Inhalten von seinen NutzerInnen ein („Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizensierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Inhalte, die du postest.“). Eine ähnliche Version dieser Klausel wurde 2014 von einem Berliner Gericht untersagt. Wegen der Weiternutzung einer sinngleichen Klausel wurde zwischenzeitig ein Bußgeld verhängt. Vergleichbare Bedingungen sind auch bei Instagram zu finden. iCloud (Apple), Google Drive oder One Drive (Microsoft) räumen sich bzw. Dritten ebenfalls weitgehende Nut-zungsrechte an urheberrechtlich geschützten Inhalten der UserInnen ein.

Der Dienst sofortcloud.com weist hingegen darauf hin, dass er dem österreichischen Datenschutzrecht unterliegt und Daten nur für die Diensterbringung genutzt werden.

Gehen Daten aufgrund von technischen Defekten oder Hackerangriffen einmal verloren oder werden beschädigt, wird der Anbieter zwar (trotz häufiger Haftungsausschlüsse in den Geschäftsbedingungen) für Verschulden grundsätzlich haften. Ein schuldhaftes Verhalten (etwa mangelnde Sicherheit) ist aber schwer nachweisbar. „Es ist deshalb jeden-falls nicht ratsam, Fotos nur in den sozialen Netzwerken oder Cloud-Diensten zu sichern“, so Zimmer. „Die Online-Tools dienen in erster Linie zum Teilen mit anderen. Empfehlenswert ist, auf mehreren externen Datenträgern Fotos zu archivieren.“ Erfahrene NutzerInnen greifen auf ein NAS (Network Attached Storage) zurück.
Ein weiterer Problembereich: „Mit dem im Internetzeitalter so einfach gewordenen Veröffentlichen von Fotos müssen User und Userinnen besser aufpassen, nicht ungewollt in eine Urheberrechtsfalle zu tappen“, warnt Zimmer mit Blick auf zunehmende Beschwerdefälle. Oberstes Gebot: keine fremden Fotos verwenden. Wird nämlich nicht die Zustimmung der Rechte-InhaberInnen eingeholt, so drohen Abmahnungen, eventuell in der Höhe von mehreren tausend Euro. Das gilt übrigens auch für Landkarten.

(Forts.)

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