Wohlmuth: Pensionistenverband fordert Schulungs-Bonus 50+

Umfrage zeigt dringenden Handlungsbedarf – Job-Chancen für Ältere verbessern und Fachkräfte-Mangel beheben

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichte Umfrage „Randstad Workmonitor“ zeigt erneut deutlich, dass in Sachen Beschäftigung Älterer dringender Handlungsbedarf besteht. „Nur 30 Prozent der Befragten glauben, dass sich die Job-Aussichten älterer ArbeitnehmerInnen verbessern werden! Gleichzeitig sehen 61 Prozent der Befragten einen Fachkräftemangel! Hier ist die Wirtschaft gefordert! Es braucht mehr Jobs für die Generation 50+ und Ältere dürfen nicht von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ausgeschlossen werden! Es ist ein völlig falsches Vorurteil, dass nur ‚Junge‘ zu neuen Fachkräften ausgebildet oder umgeschult werden können! Daher fordert der Pensionistenverband Österreichs die Einführung eines Schulungs-Bonus 50+, der Firmen, die ältere Mitarbeiterinnen aus-, und weiterbilden finanziell unterstützt!“, stellt Andreas Wohlmuth, Generalsekretär des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) klar. ****

„Wir müssen mehr ältere Menschen in Beschäftigung bringen. Laut Beschäftigungsmonitoring des Sozialministeriums wurde bei den Männern im Vorjahr in der Gruppe der 55-59-Jährigen ein Wert von 71,8 Prozent erreicht, bei den 60-64-Jährigen einer von 28,9 Prozent. Im Regierungsprogramm sind die Ziele mit 74,6 bzw. 35,3 Prozent definiert. Auch bei weiblichen Arbeitnehmerinnen ist das Bild ähnlich: In der Gruppe der 55-59-Jährigen ist man mit 55,6 Prozent vom Ziel von 62,9 Prozent Beschäftigungsquote noch deutlich entfernt“, so Wohlmuth, der weiter ausführt, dass hier endlich ein Umdenken in den Köpfen der Personalchefs stattfinden muss. „Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass 75 Prozent der Befragten zwischen 18 und 34 glauben, dass es älteren KollegInnen schwerer fällt sich neue Fähigkeiten und Wissen anzueignen! Das sind völlig inhaltslose Vorurteile! Denn die Praxis zeigt: Ältere MitarbeiterInnen punkten nicht nur durch ihren Einsatz, ihre Loyalität, ihre Erfahrung, sondern auch durch ihr Engagement neues Wissen zu erlernen! Dennoch werden sie häufig von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ausgeschlossen! Damit muss endlich Schluss sein!“, so Wohlmuth.

Pensionistenverband fordert Umsetzung eines „Gesund-Länger-Arbeiten-Pakets“

„Wir brauchen eine echte Reform der Arbeitswelt. Die Arbeitswelt muss gesünder und altersgerechter werden, damit Menschen bis zum Erreichung des Regelpensionsalters gesund und zufrieden in Beschäftigung bleiben können“, betont Wohlmuth. Daher fordert der Pensionistenverband die Umsetzung eines „Gesund-Länger-Arbeiten-Pakets“ mit:

• Schulungs-Bonus 50+ als finanziellen Anreiz für Firmen, die ältere MitarbeiterInnen aus- oder weiterbilden!

• Wirksameres und früheres Bonus-Malus-System. Betriebe, die ältere Menschen beschäftigen oder aus der Langzeitarbeitslosigkeit herausholen, müssen stärker gefördert werden.

• Ausdehnung des Kündigungsschutzes. Ältere dürfen im Krankenstand nicht gekündigt werden.

• Gesetzliche Verankerung eines umfassenden Pensions- und Beschäftigungsmonitorings aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen und Betriebsgrößen unter Einbeziehung des gesamten öffentlichen Sektors! Der Gesetzestext ist fertig!

• Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters, mit gesunden Arbeitsplätzen und -bedingungen, einer verpflichtenden betrieblichen Gesundheitsvorsorge und einem Schwerpunktprogramm "Burn-Out-Vorsorge" durch verstärkten Einsatz von Arbeitspsychologen!

• Bonifikationen für Firmen, die es Frauen ermöglichen über das Regelpensionsalter (60 Jahre) hinaus zu arbeiten.

• Schaffung einer Wertschöpfungsabgabe für die Finanzierung der Pensionen und des Sozialstaates. Faktor Arbeit muss entlastet, der Faktor Kapital stärker belastet werden.

• Gesetzlich verpflichtendes Best-Bieter-Prinzip mit Sozialkriterien für ALLE öffentlichen Aufträge. Firmen die Lehrlinge ausbilden und Ältere beschäftigen, dürfen keinen Wettbewerbsnachteil haben!

• Nationale und europäische Investitionen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pensionistenverband Österreichs
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
Tel.: 01/313 72 31
E-Mail: susanne.ellmer@pvoe.at

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