Neues Volksblatt: "Wahlfreiheit" von Markus EBERT

Ausgabe vom 15. Juli 2016

Linz (OTS) - Der Teufel, so heißt es bekanntlich, steckt im Detail. Und so muss man auch ganz genau hinschauen, wie seitens der SPÖ die Sache mit den 750 Millionen Euro aus der Banken-Abschlagszahlung interpretiert wird.
„750 Millionen Euro werden in ganztägige Schul- und Betreuungsformen fließen“, sagte Kanzler Christian Kern am Dienstag nach dem Ministerrat. Liest man freilich in der Folge die dazu verfassten Jubelmeldungen diverser SPÖ-Funktionsträger, ist von Betreuung nicht mehr die Rede. Die „Ganztagsschulen“ würden ausgebaut, freut sich die gewesene Schulministerin Gabriele Heinisch-Hosek, in „Ganztagsschulen“ würde investiert, lobt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler, 120.000 „neue Ganztagsschulplätze“ würden bis 2025 dazukommen, freut sich auch SPÖ-Jugendsprecherin Katharina Kucharowits.
Natürlich hat das ebenso dialektische wie ideologische Methode, wenn die Roten das mit den „Betreuungsangeboten“ unter den Tisch fallen lassen, denn das ist ganz und gar nicht in ihrem Sinn. Sie wollen die verschränkte Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht von der Früh bis zum Abend mit aller Gewalt herbeireden. Doch es gibt auch Eltern, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst Verantwortung für die Nachmittagsbetreuung übernehmen wollen. Ihnen diese Wahlfreiheit weiter zu ermöglichen, muss die ÖVP der SPÖ ohne Wenn und Aber abtrotzen.

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