Zinggl und Hirschenhauser zum Heumarkt-Projekt: Neu denken, neu aufsetzen

Grüne: Weltkulturerbe darf nicht ständig gefährdet werden

Wien (OTS) - „Die Aussagen der UNESCO sind eindeutig. Für das Projekt am Wiener Heumarkt bedeuten sie: Genug gepokert, komplett neu aufsetzen. Das Feilschen um Zentimeter mit dem Lineal reicht nicht, dafür ist die Liste der Anforderungen zu lange“, reagiert der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl auf die Verwarnung Wiens durch die UNESCO.

Im Rahmen der Tagung der internationalen UNESCO Kommission in Istanbul spricht die Organisation erneut schwere Bedenken gegenüber dem Hochhausprojekt der Firma Wertinvest und den Planungsinstrumenten der Stadt Wien aus. Hochhäuser im Historischen Zentrum Wiens – die Innenstadt hat davon nur 0,72 Prozent der Stadtfläche – zerstören dessen gewachsene Substanz und beeinträchtigen dramatisch das Gesamtbild.

Zinggl: „Einmal mit einem überdimensionalen Hochhaus aberkannt, ist die Auszeichnung für immer verloren. Dem Sündenfall folgen weitere, Wiens Zentrum wird gesichtslos, eine Stadt, wie es weltweit tausende gibt. Daher ist ein Umdenken nicht nur beim aktuellen Plan eines Luxus Wohnturms, sondern auch beim Masterplan Glacis und dem Hochhauskonzept erforderlich. Die bestehenden Regelungen sind offenbar nicht geeignet, eine nachhaltige Stadtentwicklung im Einklang mit dem Weltkulturerbe Status sicherzustellen. Vor allem darf das Weltkulturerbe nicht ständig attackiert und gefährdet werden. Die Wiener Bevölkerung muss auf die Politik vertrauen können. Das Damoklesschwert muss endgültig weggepackt werden“, sagt Zinggl.

Der Klubobmann der Grünen Innere Stadt, Alexander Hirschenhauser, ergänzt mit weiteren Argumenten: „Schon der Grundstückserwerb 2008 war dubios. Investor Tojner bekam damals den Zuschlag um weniger als die Hälfte des höchsten Angebots. Dass es im Vorfeld der Projektplanung eine stadtpsychologische Studie gab, in der die befragten Bürgerinnen und Bürger ein Hochhaus klar ablehnen, wird verschwiegen.“

Und weiter: „Seit Projektbeginn sprechen sich wichtige Architekturvereinigungen Österreichs, namhafte Architektinnen und Architekten, sowie zuletzt der Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung mit fundierten Argumenten gegen das Projekt aus. Sie warnen vor einem neoliberalen Symbol. Zusätzlich sei das Hochhaus aufgrund der Vorgaben des Investors von Anfang an als notwendiges Ergebnis des kooperativen Verfahrens festgestanden.“

Einig sind sich beide, wie es nun weitergehen soll. Zinggl: „Der Ball liegt bei der Stadt Wien. Ich bin mir sicher, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen wird, um Wien den Verlust des Weltkulturerbes zu vermeiden.“ Hirschenhauser: „Wir gehen fest davon aus, dass das Bauvolumen bei einem neuen Projekt reduziert und damit den sensiblen Standortbedingungen gerecht wird.“

Neben der Stadt Wien sieht Zinggl auch den Kulturminister als Vertragspartner der UNESCO gefordert: „Im Kulturausschuss hat Thomas Drozda angekündigt, alles zu tun, um zu verhindern, dass Wien aufgrund von Hochhausplänen seinen Status auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verliert. Das wird ihm hoffentlich gelingen.“

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