AK: Aktuell gute Industriekonjunktur für Investitionen und Beschäftigung nutzen

Konjunkturumfrage der Industrie zeigt im ersten Halbjahr gute Entwicklung - Stimmung in Unternehmen nähert sich wieder realen Verhältnissen an

Wien (OTS) - „Unternehmen sehen immer mehr, dass ein Krankreden des Standortes in keinem Verhältnis zur realen Lage steht“ so bewertet Christoph Klein, Direktor der AK Wien, die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung. Die österreichische Wirtschaft steht trotz aller sichtbaren Nachwirkungen der Finanzkrise im EU-Vergleich gut da: Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt an 4. Stelle der EU, der Vorsprung gegenüber dem EU-Durchschnitt wurde seit Beginn der Finanzkrise ausgebaut. Die Industrieproduktion lag zuletzt um 13 Prozent über dem Niveau des Jahres 2010 (Deutschland +9 Prozent, Eurozone +5 Prozent). Export-, Forschungs- und Investitionsquoten sind in Österreich merklich höher als in Deutschland und der Eurozone. Seit einem Jahr ist eine spürbare Erholung der Exportwirtschaft in Gang, der die Industrieproduktion und die Maschineninvestitionen erfasst hat und nun durch die konsumfördernden Wirkungen der Steuerentlastung auf Arbeitseinkommen verstärkt wird. Diese gute konjunkturelle Grundtendenz sieht Klein durch den Brexit nicht gefährdet. Der AK Direktor rechnet nur mit einer kurzfristigen Dämpfung der Konjunktur.

Folgende Herausforderungen sollten jedenfalls rasch angegangen werden:

+ Arbeitsmarkt bleibt die Priorität: Formen der intelligenten Arbeitszeitverkürzung, zusätzliche Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik und Investitionen müssen diskutiert werden

+ Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Kinderbetreuung ausbauen, AK und IV haben diesbezüglich große Übereinstimmung. Ausbau der Ganztagesschulplätze als ein wichtiger Schritt.

+ Überwindung der Stagnation auf europäischer Ebene durch Brexit und Sparpolitik. Es braucht auch wieder eine positivere Stimmung auf europäischer Ebene für Investitionen. Das bedingt allerdings mehr Spielraum für Investitionen. Daher braucht die EU eine Goldene Investitionsregel.

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