AK: Agrarsubventionen fairer verteilen, anstatt „Bauern-Rabatt“

Subventionen kommen nicht dort an, wo sie gebraucht werden – „Bauern-Rabatt“ ändert nichts an bestehenden strukturellen Problemen – „Große“ profitieren wieder am meisten

Wien (OTS) - Ein klares Nein kommt von der AK zu einem Geschenk an den Bauernbund, den Bauern-Rabatt von rund 170 Millionen Euro gänzlich zu erlassen. Das Geld muss jedenfalls zurückgezahlt werden, verlangt die AK. Langfristig gesehen ist nämlich die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft positiv, zeigt der Grüne Bericht vom Vorjahr. Hohe Agrarsubventionen, nun wieder „frisches“ Geld – all das ändert nichts an den bestehenden strukturellen Problemen. Denn das Geld kommt nicht dort an, wo es gebraucht wird. Die „Großen“ profitieren wieder am meisten. Die Agrarsubventionen müssen fairer verteilt werden, verlangt die AK. Die AK fordert außerdem eine Reduktion der Steuerzuschüsse zur Krankenversicherung und zur Pensionsversicherung der Bauern.

Es geht nicht an, dass die Bauern auf der einen Seite zur Pensionsversicherung und zur Krankenversicherung hohe Zuschüsse erhalten – das zahlen alle SteuerzahlerInnen. Auf der anderen Seite bauen sie damit hunderte Millionen an Rücklagen auf, die sie dann als „Eigenmittel“ an ihre Mitglieder verteilen wollen. Wie passt das zusammen?

Die Einkommen in der Landwirtschaft gingen seit 2011 zurück. Aber:
Langfristig gesehen ist die Einkommensentwicklung positiv. Denn die Jahre davor sind die Einkommen gestiegen, und das Minus geht von einem hohen Niveau aus – das zeigt der Grüne Bericht aus dem Vorjahr. Es darf auch nicht übersehen werden, dass die Zahl der Bauernhöfe und Selbstständigen in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen hat (seit dem EU-Beitritt minus 120.000 Bauern) und damit der Subventionskuchen von jährlich mehr als zwei Milliarden Euro auf immer weniger Köpfe aufgeteilt wird. Für die AK ist es daher nicht nachvollziehbar, dass es trotz der hohen Subventionen ein Minus bei den Einkommen gibt. Die Subventionen werden nicht richtig verteilt, kritisiert die AK.

Der letzte veröffentlichte Grüne Bericht zeigt große Einkommensunterschiede zwischen den Bauern. So verdient ein Viertel der Bauern pro Kopf durchschnittlich 46.672 Euro. Im unteren Viertel gibt es hingegen Verluste. Das bedeutet: Die Subventionen kommen nicht dort an, wo sie wirklich gebraucht werden – nämlich bei den „Kleinen“. Denn tatsächlich profitieren die „Großen“ am meisten, strukturelle Überschüsse werden aber nicht beseitigt.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001