Schultes: Bauern mobilisieren Reserven - SVB-Entlastung kommt

Klimawandel und Handelsembargo sorgen für anhaltende Einkommensverluste

Wien (OTS) - "Negative Folgen des Klimawandels mit Dürreperioden, Überschwemmungen, Frost und Stürmen über mehrere Jahre hinweg und der russische Lebensmittel-Importstopp sorgten in der heimischen Landwirtschaft für anhaltende Einkommensverluste seit 2012. Auch das Vorjahr endete mit einem Minus von über 17%, heuer droht ein weiterer Verlust. Denn nicht nur die Preise für Milch und Schweinefleisch befinden sich seit Monaten im Tiefstbereich, auch bei Getreide, Ölsaaten, Zuckerrüben und Rindfleisch werden die Einkommen sehr gering sein. Nimmt man die Frostschäden des späten Frühjahrs dazu, fehlen den Bäuerinnen und Bauern heuer zwischen 700 und 800 Mio. Euro. Richtig ist, dass der Ministerrat heute den Weg dafür geebnet hat, die Bauernfamilien von einer SVB-Quartalszahlung zu entlasten. Nun gilt es, mittel- und langfristig wirksame Schritte zu setzen, um den Negativtrend umzudrehen", erklärte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes zum Beschluss des Ministerrates, eine Quartalszahlung für die Sozialversicherung der Bauern auszusetzen. Er ergänzte: "Die Dramatik ist groß. Es geht längst nicht mehr nur um die Landwirte. Denn aktuell können diese weder konsumieren noch investieren, und es fehlt ihnen auch an Liquidität. Die Folgen treffen Arbeitsplätze und Wirtschaft im gesamten ländlichen Raum."

Herkunft, nachwachsende Rohstoffe und umfassende Risikoversicherung

"Natürlich müssen wir in einem nächsten Schritt Sofortmaßnahmen, wie die SVB-Entlastung, setzen, wir brauchen auch bundesbehaftete Kredite, um die Krise zu überstehen, doch es gilt, neben den Symptomen auch die Ursachen zu bekämpfen", stellte Schultes weiter fest.

Er verlangte daher ein "klares Bekenntnis der öffentlichen Hand zur Herkunft. Das beginnt bei der öffentlichen Beschaffung, der es ja nun freisteht, das Beste und nicht nur das Billigste zu wählen. Und das geht hin bis zur Deklaration der Herkunft von Fleisch und Eiern in der Außer-Haus-Verpflegung oder Gastronomie. Die Landwirtschaftskammer hat mit 'Gut zu wissen' dafür den Grundstein gelegt. Hier erwarte ich mir rasch Taten der Verantwortlichen in Gemeinden, Ländern und Bund. Denn Einkauf in Österreich sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich."

Schultes weiter: "Österreich hat soeben das Pariser Klimaabkommen ratifiziert, jetzt erwarten wir rasch wirksame Maßnahmen. Österreich ist zwar Technologie-Vorreiter in Sachen erneuerbare Rohstoffe und Energie, doch unsere Gesetze brauchen Reform, damit wir diese Aufgabe weiterhin erfüllen können. Wir verlangen positive Impulse in Bauordnungen und der Wohnbaufinanzierung, die die Verwendung von Holz im Bau im großen Stil möglich machen."

Schließlich gelte es, die bestehende Ernteversicherung zu einer umfassenden Risikoabsicherung auszubauen: "Die Politik hat weltweit erkannt, dass ein Land ohne Landwirtschaft sehr verletzbar wird. So zahlt in China der Landwirt nur 20% der Prämie, in den USA 35%, in Indien und Russland 50%, den Rest bezahlt die öffentliche Hand. In diese Richtung müssen wir intensiv weiterarbeiten."
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