- 12.07.2016, 11:55:34
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Bundesminister Thomas Drozda: Erstmals Kunst- und Kulturbericht in einer gemeinsamen Ausgabe
Wien (OTS) - Bundesminister Thomas Drozda hat heute, Dienstag, den
Kunst- und Kulturbericht für das Jahr 2015 dem Ministerrat vorgelegt.
Der Bericht erscheint erstmals in einer gemeinsamen Ausgabe und
enthält einige Neuerungen. "Mit dem über 450 Seiten starken Kunst-
und Kulturbericht liegt ein neu gestalteter, klar strukturierter und
übersichtlicher Jahresbericht vor, der die öffentlichen Förderungen
und die vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft in Österreich
darstellt sowie eine solide Grundlage für eine zukunftsorientierte
kulturpolitische Debatte bietet", so Kunst- und Kulturminister Thomas
Drozda.
410,3 Millionen Euro für Kunst und Kultur
2015 wurden vom Bundeskanzleramt 410,3 Millionen Euro für Kunst und
Kultur aufgewendet. In dieser Summe sind ausschließlich die Zahlungen
enthalten, die der Förderung und Finanzierung von Kunst und Kultur
aus öffentlichen Mitteln zuzuordnen sind. 87,7 Millionen Euro davon
entfielen 2015 auf den Kunstförderbereich. Im Vergleich zum Vorjahr
ist das eine Erhöhung um 1,6 Prozent. Die Kulturausgaben lagen 2015
bei 322,6 Millionen Euro – aufgrund eines geringeren
Investitionsbedarfes und Schwerpunktsetzungen bei den Bundesmuseen
sind 2015 Infrastrukturmittel in die Rücklagen für die Folgejahre
geflossen (Vgl. 2014: 339,6 Millionen Euro). "Unser Ziel ist es, die
Kunst und Kultur in unserem Land zu stärken und möglichst viele
Menschen dafür zu begeistern. Die Zahlen und Fakten, die im Kunst-
und Kulturbericht 2015 veröffentlicht sind, zeigen, dass wir uns auf
einem guten Weg befinden", so Drozda.
Eine klare Struktur und die Verwendung eines einheitlichen
kulturstatistischen Systems – dem so genannten LIKUS-System – sorgen
im neuen Bericht für mehr Transparenz und bieten künftig bessere
Analysetools, da auch die Statistik Austria und die Bundesländer
dieses verwenden.
Zeitgenössisches Kunstschaffen
2015 wurden die bisherigen Programme des Bundeskanzleramts für
zeitgenössisches künstlerisches Schaffen und Gegenwartskunst – von
der Galerienförderung bis zu Mentoring-Programmen – durch neue
Maßnahmen ergänzt. Dazu zählen ein eigenes Förderungsprogramm für
Projekte im Bereich "Neuer Zirkus" oder die Förderschiene "Pixel,
Bytes & Film", die gemeinsam mit ORF III und der Akademie der
bildenden Künste Wien für neue Filmformate lanciert wurde. Bisherige
Förderschwerpunkte – wie die Unterstützung des künstlerischen
Nachwuchses und weiblicher Kunstschaffender sowie die Stärkung der
internationalen Präsenz österreichischer Künstlerinnen und Künstler –
wurden 2015 weiter geführt. Außerdem wurde 2015 der Nachlass von Hans
Hollein angekauft und im Literaturbereich wurden die Jahresstipendien
für Autorinnen und Autoren sowie die Verlagsförderung in zwei Stufen
2014 und 2015 angehoben.
Was den Anteil von Frauen in der Kunstförderung betrifft, so wird
deutlich, dass sich das Geschlechterverhältnis seit 2007 verbessert
hat: gingen damals 57 Prozent der Fördermittel an Männer, so sind im
Jahr 2015 bereits 49 Prozent an Frauen gegangen. Schließlich wurde im
Vorjahr auch die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern
verbessert: Mit der Novelle des
Künstler-Sozialversicherungsfondsgesetzes wurde der Zugang zu
Zuschüssen erleichtert und ein Unterstützungsfonds für in Not
geratene Künstlerinnen und Künstler eingerichtet.
Kulturinstitutionen
Die 2014 begonnene Neuausrichtung bei den Bundestheatern war auch
2015 ein wichtiger Schwerpunkt: Im September wurde ein neues
Bundestheaterorganisationsgesetz verabschiedet, es wurden erstmals
Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen und eine
Dreijahresbudget-Planung vorgelegt. Die Basisabgeltung der
Bundestheater-Holding wurde um 14 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Als
neuer Geschäftsführer der Bundestheater-Holding GmbH wurde Christian
Kircher bestellt.
Bei den Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek
setzten sich die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre fort.
Im Jahr 2015 konnte gegenüber 2014 eine Steigerung der Besucherinnen-
und Besucherzahlen um 5,4 Prozent erzielt werden; betrachtet man die
Entwicklung von 2010 bis 2015 ergibt sich ein Plus von 19,2 Prozent.
Auch die Initiative "Freier Eintritt bis 19" zeigt Erfolg: Über 5,8
Millionen Kinder und Jugendliche haben zwischen 2010 und 2015 dieses
Angebot genützt. Im Vorjahr konnte außerdem das Literaturmuseum der
Österreichischen Nationalbibliothek eröffnet werden.
Der Kunst- und Kulturbericht 2015 ist in gedruckter Form ab Ende Juli
lieferbar und kann bei der Sektion für Kunst und Kultur bestellt
werden. Online steht er ab sofort auf der Website des
Bundeskanzleramtes zur Verfügung:
http://www.kunstkultur.bka.gv.at/
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