AK warnt: Pflichtpraktikum ist Teil der Ausbildung und nicht als billiges Probearbeiten gedacht

Linz (OTS) - Viele Schüler/-innen weiterführender berufsbildender Schulen müssen im Rahmen ihrer Ausbildung ein Pflichtpraktikum außerhalb der Unterrichtszeit absolvieren. Jetzt im Sommer ergänzen wieder tausende Schüler/-innen das in der Schule erworbene Fachwissen durch berufspraktische Erfahrung und kommen dabei manchmal in eine Zwickmühle. Einerseits ist es oft schwierig, einen geeigneten Praxisplatz zu finden, andererseits nutzen manche Betriebe diese jungen Menschen als billige Arbeitskräfte aus. „Das Pflichtpraktikum ist laut Lehrplan als Teil der Ausbildung gedacht und nicht als Probearbeiten“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Das Pflichtpraktikum ist häufig mit Fragen wie „Wann und wieviel muss ich arbeiten?“, „Wie viel Lohn bekomme ich?“, „Muss oder darf ich Überstunden leisten?“ verbunden. Werden die Jugendlichen dabei in den betrieblichen Arbeitsprozess eingebunden, liegt in der Regel ein Arbeitsverhältnis vor. Dieses muss natürlich auch entsprechend bezahlt werden. Die Höhe der Entlohnung hängt davon ab, welcher Branche der Praxisbetrieb zugehört.

In jedem Fall sollten Praktikanten/-innen grundlegende Vereinbarungen (z.B. genaue Arbeitszeiten, Tätigkeitsfelder) mit dem Arbeitgeber am besten im Voraus und schriftlich fixieren. Empfehlenswert ist weiters, dass die Praktikanten/-innen geleistete Arbeitszeiten und Pausen genau dokumentieren sowie Tagebuch über Tätigkeiten, Arbeitsabläufe etc. führen. Diese Aufzeichnungen helfen auch beim Anfertigen des Praktikumsberichts, der zur schulischen Nachbereitung des Pflichtpraktikums dient. Die umfassende Aufarbeitung und Reflexion der betriebspraktischen Erfahrungen in der Schule trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit dieses Ausbildungsteils bei.

Bei arbeitsrechtlichen Fragen (liegt ein Arbeitsverhältnis vor; welcher Kollektivvertrag ist anzuwenden; Höhe der Entlohnung usw.) stehen die Rechtsexperten/-innen der AK den Eltern und Schülern/-innen gerne zur Verfügung. Mehr Informationen zu den Rechten und Pflichten beim Pflichtpraktikum gibt es auf ooe.arbeiterkammer.at.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Dominik Bittendorfer
(0732) 6906-2191
dominik.bittendorfer@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001