- 12.07.2016, 10:12:57
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Pensionskassen: Neutrales Ergebnis im Halbjahr trotz massiver Turbulenzen am Markt gehalten
Finanzmarkt-Einbrüche rund um Brexit-Votum beeinflussten kurzfristig Pensionskassen-Performance und verhinderten höheres Veranlagungsergebnis
Utl.: Finanzmarkt-Einbrüche rund um Brexit-Votum beeinflussten
kurzfristig Pensionskassen-Performance und verhinderten
höheres Veranlagungsergebnis =
Wien (OTS) - Das zweite Quartal 2016 verlief an den Finanzmärkten –
wie schon das erste – sehr volatil. Gleichzeitig blieb die extreme
Niedrigzinsphase unverändert bestehen. Dadurch waren die Bedingungen
für die Veranlagung von Vermögen höchst herausfordernd. April und Mai
brachten noch eine langsame konjunkturelle Belebung der
Weltwirtschaft, im Juni sackten die Finanzmärkte in Folge der Brexit
Abstimmung in Großbritannien massiv ab. Der deutsche Aktienindex DAX
verlor am Tag nach der Abstimmung knapp 7 Prozent.
Das Veranlagungsergebnis der österreichischen Pensionskassen wurde
von diesen Marktturbulenzen beeinflusst. Es liegt für das erste
Halbjahr 2016 aber trotzdem im Branchen-Durchschnitt mit Ende des 2.
Quartals bei plus 0,22 Prozent. Kurzfristige Schwankungen wie diese
wirken sich allerdings auf den für Pensionskapital wesentlichen
Veranlagungszeitraum von Jahrzehnten praktisch nicht aus. Im
Durchschnitt liegt der Veranlagungserfolg, die „Performance“, der
österreichischen Pensionskassen für die letzten fünf Jahre bei einem
Plus von 4,14 Prozent pro Jahr, im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
sind es sogar plus 5,93 Prozent pro Jahr. Das sind auch in Anbetracht
der bereits langanhaltenden Niedrigzinsphase im Vergleich zu anderen
Veranlagungsformen deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse, die
eine private Veranlagung nicht erreichen kann.
Vorausschauendes Risikomanagement
Das Veranlagungsmanagement der österreichischen Pensionskassen hat
professionell und rasch auf die Marktentwicklungen reagiert, bzw.
diese im Vorfeld berücksichtigt. Bereits im Vorfeld der
Brexit-Abstimmung wurden britische Veranlagungswerte reduziert und
untergewichtet. Andere bestehende Investments wurden vielfach
abgesichert, um das Risiko zu begrenzen.
Langfristiges Ergebnis ausschlaggebend
„Bei Pensionskassen-Kapital geht es um langfristigen Ertrag – sprich
die bestmögliche Verzinsung über einen jahrzehntelangen
Beobachtungszeitraum. Einzelne Quartale geben nur sehr beschränkt
Auskunft über den Veranlagungserfolg von Pensionskassen. Daher haben
wir – trotz sehr schwieriger Bedingungen – im zweiten Halbjahr
durchaus Chancen, das Jahresergebnis für 2016 zu verbessern.
Ausschlaggebend ist aber allein der langjährige Durchschnitt: dieser
liegt über 25 Jahre gesehen im Durchschnitt bei plus 5,58 Prozent.
Das zeigt, dass Pensionskassen auch bei Krisen auf den Weltmärkten
langfristig die betriebliche Altersvorsorge auf gutem Niveau sichern
können“, erklärt Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes
der Pensionskassen.
Höchst zulässiger Rechenzins bei Neuverträgen ab 1.7.2016 bei
2,5 Prozent
Als Reaktion auf die anhaltende Niedrigzinsphase gibt es seitens der
Finanzmarktaufsicht (FMA) eine gesetzliche Änderung beim
Rechnungszins für Neuverträge. Der Rechnungszins ist jener Wert, den
eine Pensionskasse in der Veranlagung während der Pensionsphase
erreichen muss, um eine lebenslange gleich bleibende Pension
auszahlen zu können. Die Wahl des Rechnungszinses hat somit
Auswirkungen auf künftige Pensionsvalorisierungen. Bei
Pensionskassenverträgen, die nach dem 30.6.2011 neu abgeschlossen
wurden, galt zuletzt ein höchstzulässiger Rechnungszins von 3
Prozent. Die FMA hat diesen Wert nun gesenkt. Der höchst zulässige
Rechenzins für Pensionskassenverträge, die nach dem 1.7.2016
abgeschlossen werden, liegt nun bei 2,5 Prozent.
Derzeit haben rund 883.000 Österreicher Anspruch auf eine
Firmenpension. Insgesamt veranlagen die 13 österreichischen
Pensionskassen ein Vermögen von etwa 20 Milliarden Euro. Die
Pensionskassen sind der größte private Pensionszahler Österreichs.
(PWK536/us)
Der Pensionskassenbrief 2/2016 mit detaillierten Informationen und
Kommentaren ist hier zum Download erhältlich:
http://www.pensionskassen.at/Pensionskassenbrief_2_2016.pdf
Foto zum Download:
Foto Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der
Pensionskassen
http://www.pensionskassen.at/images/zakostelsky.jpg
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