- 12.07.2016, 09:00:03
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Exportländer im Vergleich – wo die Zahlung am häufigsten ausbleibt.
Das Vereinigte Königreich ist durch einen sprunghaften Anstieg der Verzüge erstmals unter den Top 10.

Utl.: Das Vereinigte Königreich ist durch einen sprunghaften Anstieg
der Verzüge erstmals unter den Top 10. =
Wien (OTS) - Die OeKB Versicherung versichert offene Forderungen. Der
Kreditversicherer veröffentlicht erneut die zehn Exportländer mit den
höchsten Verzügen per Ende Juni 2016. Für die Entwicklung der Verzüge
und der Schäden wurden die Werte zum Ende des zweiten Quartals 2016
mit den Zahlen des ersten Quartals 2016 verglichen.
Auf einen Verzug folgt meist ein Schaden.
In 75 Prozent der Fälle ist ein Verzug der Vorläufer eines
Schadensfalles. Das restliche Viertel resultiert aus der Insolvenz
von Abnehmern. „Wenn unsere Versicherungsnehmer steigende Verzüge
melden, dann ist das für uns ein wichtiger Indikator für die
zukünftige Entwicklung eines Landes. Denn genau in diesen Ländern
werden erfahrungsgemäß auch die Schäden steigen“, erklärt Karolina
Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung – eine Marke der in
Österreich führenden Kreditversicherung Acredia Versicherung AG.
Der Newcomer mit dem höchsten Anstieg an Verzügen: das
Vereinigte Königreich.
Die Kunden der OeKB Versicherung meldeten bereits im Quartal vor der
Brexit-Abstimmung die ersten Verzüge. Das Abstimmungsergebnis selbst
hatte keine zusätzlichen Auswirkungen auf das Ausbleiben der
Zahlungen aus dem United Kingdom (UK). Die möglichen Ursachen waren
bereits die Unsicherheiten über den weiteren Verbleib in der
Europäischen Union (EU) sowie die schwächelnde Wirtschaft und die
Einwanderungspolitik.
Offterdinger zeigt sich mit Blick auf den achtwichtigsten
Exporthandelspartner Österreichs besorgt: „Bisher waren die Abnehmer
aus dem UK sozusagen die Musterschüler unter den Käufern. Wir hatten
bisher keine Zahlungsausfälle und nur wenige Verzüge. Das hat sich
jetzt schlagartig geändert.“ Laut Offterdinger würde der Brexit die
österreichischen Unternehmer mittel- und langfristig vor vielfältige
Herausforderungen stellen. „Wir rechnen mit steigenden britischen
Insolvenzen und das britische Pfund wird sich nicht so schnell von
seinem Allzeittief erholen. In weiterer Folge muss der Warenhandel
mit der Insel rechtlich auf neue Beine gestellt werden. Was das genau
für die Exporteure bedeutet, wird sich noch herausstellen, aber von
Erleichterungen gehen wir vorerst nicht aus“, ergänzt Offterdinger.
Die Kreditversicherung beobachtet das Vereinigte Königreich und die
weiteren Entwicklungen laufend. Denn dieser sprunghafte Anstieg der
Verzüge sei erst ein Vorbote der weiteren Entwicklung.
Die Top 3 der höchsten Verzüge: Brasilien, Türkei und Russland
In Brasilien, der Türkei und Russland verzeichnen die
Versicherungsnehmer der OeKB Versicherung in Summe die höchsten
Verzüge im betrachteten Zeitraum. In diesen drei Ländern sinken die
Verzüge der kreditversicherten Exporteure. „Das lässt sich vor allem
auf die steigende Vorsicht zurückführen. Gemeinsam mit unseren
Versicherungsnehmern sehen wir uns schon vor Geschäftsabschluss die
Abnehmer ganz genau an“, erklärt Offterdinger.
Brasilien befindet sich weiter in einer tiefen Rezession. Auch die
Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen im August 2016 haben der
Wirtschaft nicht den erhofften Aufschwung gebracht. Zudem bliebe die
politische Entwicklung laut OeKB Versicherung abzuwarten. Kurzfristig
sei keine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Sicht.
Die Türkei bleibt ein wachsender Markt für österreichische
Exporteure. Die konjunkturelle Entwicklung wird gebremst durch die
angespannten Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und die allgemeine
Konjunkturschwäche in Europa. Die politische Lage bleibt volatil und
die Konsequenzen der Flüchtlingsproblematik – auch in Anbetracht der
daraus resultierenden Spannungen mit der EU – sind nach wie vor
offen.
Die EU-Sanktionen gegenüber Russland wurden im Juni 2016 um weitere
sechs Monate bis Jänner 2017 verlängert. Darüber hinaus wird die
Wirtschaft weiterhin durch die niedrigen Ölpreise belastet. Dennoch
ist die Rezession abgeflacht. Struktur und Reformmaßnahmen von Seiten
des Staates wären notwendig, um das Land aus der Krise zu führen.
Venezuela: Sinkende Zahlungsmoral und politische Risiken
lassen Schäden steigen.
In Venezuela bemerkt die OeKB Versicherung bei ihren Kunden den
höchsten Anstieg an Schäden – eine direkte Auswirkung der erhöhten
Verzüge vom Vorquartal. „Aufgrund der politischen Risiken – also zum
Beispiel Unruhen, Instabilität im Land und Probleme beim
Devisentransfer – kommt bei den Exporteuren das Geld sehr verspätet
oder gar nicht an“, erklärt Offterdinger. Genau in solchen Fällen
springe die OeKB Versicherung ein.
Venezuela gerät durch die galoppierende Inflation und die schwere
Rezession immer tiefer in die Wirtschaftskrise. Die Finanzlage ist in
erster Linie aufgrund des niedrigen Ölpreises prekär, als Reaktion
wurde bereits Anfang des Jahres der Wirtschaftsnotstand ausgerufen.
Über die OeKB Versicherung – eine Marke der Acredia
Versicherung AG
Kreditversicherung schützt vor Schäden, die durch den Ausfall von
Forderungen entstehen. Die OeKB Versicherung deckt dabei auch
automatisch politische Risiken. Kann ein Kunde nicht wie vereinbart
zahlen – ob aus politischen Gründen wie Transferbeschränkungen und
Unruhen oder wirtschaftlichen wie zum Beispiel Insolvenz – springt
die OeKB Versicherung ein. Der Kreditversicherer bietet auch ein
umfassendes Risikomanagement an, um einen Verlust von vornherein zu
vermeiden. Die OeKB Versicherung ist eine Marke der Acredia
Versicherung AG. www.oekbversicherung.at
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