Grüne/Johann: „Wildschäden: LR Darmann darf Jagdgesetznovelle nicht auf die lange Bank schieben“

Rechnungshof kritisiert die mangelhafte Umsetzung des Jagdgesetzes in Kärnten

Klagenfurt (OTS) - „Der aktuelle Rohbericht des Bundesrechnungshofs übt herbe Kritik an der mangelhaften Umsetzung des Jagdgesetzes in Kärnten“, berichtet der Grüne Landtagsabgeordnete und Klubobfraustellvertreter Michael Johann. Johann sieht dringenden Handlungsbedarf für den neuen Landesrat Gernot Darmann, die Novelle des Kärntner Jagdgesetzes, die seit Jahren in Verantwortlichkeit freiheitlicher Referenten vor sich hindümpelt, nicht länger auf die lange Bank zu schieben.

„Wie aus gut informierten Kreisen durchgesickert ist, stößt sich der Rechnungshof, der die Umsetzung der Jagdgesetze in Kärnten, Salzburg und Tirol verglichen hat daran, dass sich der Zustand der Wälder in den drei Bundesländern verschlechtert hat, und die Zielsetzung, Schädigungen des Waldes durch Wild zu vermeiden, nicht erreicht wurde. Er bemängelt in Kärnten die Umsetzung der wildökologischen Raumplanung, die Wildfütterung, die Erstellung, Überwachung und Erfüllung der Abschusspläne und die mangelnde Kontrolle“, berichtet Johann.

„Der Wald hat in bestimmten Regionen durch den explosiv zunehmenden Rotwildbestand schwere Schäden erlitten, die vom Rechnungshof mit 11,56 Mio. Euro jährlich beziffert werden. Dadurch erleiden die Grundbesitzer einen enormen Schaden. Aber auch die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegenüber Klimaveränderungen wird drastisch geschwächt, wenn die Verjüngung insbesondere von Laubholz und Tanne durch Wildverbiss beeinträchtigt wird“, ist Johann besorgt.

„Seit Jahren wird in diversen Arbeitsgruppen über die Novelle des Jagdgesetzes diskutiert, aber nichts geht weiter. Nun gibt es einen neuen Referenten, aber dieser hat angedeutet, dass er sich weiter Zeit lassen will. Angesichts der Wildschadensproblematik ist das extrem unverantwortlich. Darmann wird dafür bezahlt, dass er in seinem Referat seinen Regierungsaufgaben nachkommt, und nicht dafür, dass er die Arbeit der anderen Regierungsmitglieder schlecht macht. Wenn Darmann unterbeschäftigt ist, soll er sich darum kümmern, dass das neue Jagdgesetz endlich zustande kommt. Wir wollen jetzt Taten sehen!“ fordert Johann.

Die Grünen fordern die Aufnahme einer Zielbestimmung zum Schutz vor waldgefährdenden Wildschäden, die Erstellung von Abschussplänen auf Basis eines Wildeinflussmonitorings, sowie den schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung von umweltgefährdender Bleimunition ins Jagdgesetz. Die bestehende Verpflichtung, Wild im Winter zu füttern, soll in eine Kann-Bestimmung umgewandelt werden, da das Wild über tausende Jahre hinweg ohne menschliche Fütterung ausgekommen ist und nicht künstlich hochgezüchtet werden muss.

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