Neues Volksblatt: "Chance und Pflicht" von Markus EBERT

Ausgabe vom 7. Juli 2016

Linz (OTS) - Ob wortreich oder wortkarg argumentiert wurde: Eine wirklich schlüssige Begründung gibt es eigentlich nicht, gegen eine Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr zu sein. Weshalb sich Blaue, Pinke und der Stronach-Rest im Parlament auch fragen lassen müssen, ob sie tatsächlich auch die Interessen junger Menschen vertreten.
Jedenfalls haben die Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP gemeinsam mit den Grünen mit der nun beschlossenen Ausbildungspflicht ein wichtiges Signal gesetzt: Man lässt jene Jugendlichen, die aus welchen Gründen auch immer ihren Bildungsweg mit Absolvierung der Schulpflicht für beendet erklären, nicht im Stich. So gesehen könnte man statt Ausbildungspflicht auch Ausbildungschance sagen, denn klar ist:
Bildung (ob als Lehrberuf oder über die Schule) ist der Schlüssel für ein ökonomisch möglichst abgesichertes Leben.
Wobei eines natürlich auch außer Streit steht: Wer zu einer Ausbildung verpflichtet wird, muss auch adäquate Möglichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Und noch etwas muss berücksichtigt werden: Es wird die Ausbildungspflicht bis 18 nichts nützen, wenn die Bildungsziele schon in den neun Pflichtschuljahren davor nicht erreicht werden. Zudem muss auch klar sein, dass mit der Ausbildungspflicht nicht nur die jungen Leute, sondern vielmehr auch ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten in die Pflicht genommen werden. Hier gibt es kein Wegschauen.

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